Lingen. Fünf Jahre, zehn Beschäftigte und keine einzige Kündigung: Das Robotikunternehmen moduco aus Lingen-Darme hat sich seit der Gründung aus einem EXIST-Gründerstipendium zu einem festen Anbieter für Automatisierung im Mittelstand entwickelt. Seit Juli ist die Firma zudem Vertragspartner von Universal Robots, dem dänischen Weltmarktführer für kollaborative Roboter.
Der Baukasten als Geschäftsmodell
Gegründet haben Stephan Feldker und Jonas Lünswilken die Firma mit einem konkreten Ziel: Robotik für kleine und mittelständische Betriebe nutzbar zu machen, die sich keine maßgeschneiderte Großanlage leisten können oder wollen.
Der Ansatz dahinter ist ein Baukasten. „Die Idee, komplexe Automatisierung in einzelne, wiederverwendbare Bausteine zu zerlegen und daraus schnell praxistaugliche Systeme zu schaffen, hat sich bewährt“, sagt Feldker. Bestehende Maschinen werden dabei nicht ersetzt, sondern um Robotik erweitert – je nach Aufgabe mit kollaborativen Robotern von Universal Robots oder Industrierobotern von KUKA.
Kollaborative Roboter, kurz Cobots, sind darauf ausgelegt, ohne trennenden Schutzzaun direkt neben Menschen zu arbeiten. Genau darin liegt ihr Reiz für kleinere Betriebe: Sie brauchen keine eigene abgesperrte Fertigungszelle.
Zweimal aufgebaut, einmal geliefert
Ungewöhnlich ist das Verfahren bei der Auslieferung: Jede Anlage entsteht zunächst vollständig am Standort Lingen, wird dort programmiert und getestet. Läuft alles, wird sie wieder demontiert und beim Kunden aufgebaut. Der doppelte Aufwand soll verhindern, dass Fehler erst in der laufenden Produktion des Kunden auffallen.
KI trainiert die Bewegung, bevor der Roboter sie ausführt
Gemeinsam mit Hochschulpartnern arbeitet moduco daran, komplexe Bewegungsabläufe zunächst per Künstlicher Intelligenz zu simulieren und erst danach auf reale Robotersysteme zu übertragen. Über eines dieser Projekte berichtete zuletzt der NDR.
Der nächste Schritt läuft unter dem Begriff Physical AI – der Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit realen, beweglichen Systemen. Humanoide Roboter sind davon die sichtbarste, aber nicht unbedingt die praktischste Ausprägung. Für moduco geht es nach eigenen Angaben darum, aus dem technologischen Fortschritt Anwendungen mit konkretem Nutzen für Betriebe zu machen. Trainiert werden die KI-Modelle dafür in virtuellen Umgebungen, bevor sie auf echte Maschinen kommen.
Kunden kommen inzwischen aus der Nachbarschaft
Anfangs kamen die Aufträge aus ganz Deutschland, inzwischen zunehmend aus der Region. Im Team arbeiten erfahrene Fachkräfte und junge Hochschulabsolventen zusammen – nach Unternehmensangaben ohne jede Fluktuation seit der Gründung.
Zum Jubiläum gratulierten Ludger Tieke, Fachbereichsleiter für Wirtschaftsförderung der Stadt Lingen, Sandra Prekel von der Wirtschaftsförderung und Ortsbürgermeister Christoph Stafflage. „moduco ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was aus einer innovativen Idee mit Mut, Ausdauer und dem richtigen Netzwerk entstehen kann“, sagte Prekel.

