Humanitäre Helferinnen und Helfer im Einsatz im Libanon

350 humanitäre Helfer getötet: Hilfsbündnis warnt zum Welttag

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1.187 schwere Sicherheitsvorfälle, 350 davon tödlich: Das ist die Bilanz des vergangenen Jahres für humanitäre Helferinnen und Helfer weltweit, gezählt von der Aid Worker Security Database. Viele weitere wurden verletzt, entführt oder inhaftiert. Zum Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August weist das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ darauf hin, dass sich die Zahl der Angriffe seit 2022 mehr als verdoppelt habe.

„Grundsätze des Schutzes werden missachtet“

„Zur obersten Maxime der humanitären Hilfe gehören Menschlichkeit und Unparteilichkeit. Wir beobachten jedoch mit großer Besorgnis, dass diese Prinzipien von Konfliktparteien zunehmend in Frage gestellt und Grundsätze des Schutzes missachtet werden“, sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin des Bündnisses.

Gefährlichste Orte: Gaza und Sudan

Am riskantesten bleibt der Einsatz in den palästinensischen Gebieten und im Sudan. Durch die Eskalation in Nahost hat sich zuletzt auch die Lage im Libanon deutlich verschärft; weite Teile des Südens wurden zu Evakuierungsgebieten erklärt.

„Während der Eskalation des Konflikts im Libanon erleben unsere lokalen Einsatzkräfte dieselben Risiken, Bedrohungen und Vertreibungen wie die betroffenen Gemeinschaften, denen sie selbst angehören“, sagt Heidi Diedrich, Länderdirektorin von World Vision im Libanon.

Lokale Kräfte tragen das größte Risiko

Gerade einheimische Helferinnen und Helfer sind besonders gefährdet: Sie arbeiten näher am Konfliktgeschehen und werden eher einer der Konfliktparteien zugerechnet. „Je näher am Brennpunkt, umso lokaler wird die humanitäre Hilfe. Daher müssen das Equipment und die Sicherheitstrainings auch für Partnerorganisationen in den Ländern zur Verfügung stehen“, sagt Lukas Driedger, Abteilungsleiter internationale Zusammenarbeit bei ADRA Deutschland.

Drei Stufen der Sicherheit

In schwer zugänglichen Gebieten arbeiten die Organisationen nach einem gestuften Prinzip. Zuerst zählt Akzeptanz: „Es ist die beste Vorkehrung, wenn die Menschen darauf vertrauen, dass wir keine Konfliktpartei, sondern neutral sind“, so Driedger. Die zweite Stufe ist der Schutz – schusssichere Westen, vergitterte Bürofenster, Zäune. Erst bei starker Eskalation folgt die dritte Stufe, die Abschreckung: Dann werden Teams etwa von Polizei-Eskorten begleitet.

Spenden

„Aktion Deutschland Hilft“ ist ein 2001 gegründetes Bündnis von 22 deutschen Hilfsorganisationen und zertifiziertes Mitglied im Deutschen Spendenrat. Gespendet werden kann unter dem Stichwort „Nothilfe weltweit“, IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30 bei der SozialBank, oder online über aktion-deutschland-hilft.de.

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