Niedersachsen und Baden-Württemberg sind am Donnerstag, 20. August 2026, als erste Bundesländer an das neue bundesweite Justiznetz angeschlossen worden. Das Netz verbindet künftig die IT-Systeme der Justiz von Bund und Ländern und bildet die technische Grundlage für die geplante Justizcloud.
Warum Bund und Länder eine gemeinsame Cloud aufbauen
Bislang setzen die Bundesländer in ihren Gerichten und Staatsanwaltschaften unterschiedliche IT-Systeme ein, die zudem kaum miteinander vernetzt sind. Über die Justizcloud sollen Gerichte und Staatsanwaltschaften bundesweit dieselbe Software nutzen können, ohne dass jedes Land sie einzeln beschafft und betreibt. Bund und Länder arbeiten seit 2025 an der Umsetzung, nach dem Prinzip: Eine Anwendung wird einmal entwickelt und zentral betrieben, alle Justizbehörden greifen bundesweit darauf zu.
Was bis Mitte 2027 stehen soll
Die erste Version der Justizcloud soll bis Mitte 2027 fertig sein. Sie besteht aus dem Justiznetz, der nötigen Infrastruktur und einer ersten Anwendung: dem Gemeinsamen Fachverfahren (GeFa), einer bundesweit einheitlichen Software, mit der Gerichte und Staatsanwaltschaften ihre Verfahren digital bearbeiten und verwalten sollen. Ohne Anschluss ans Justiznetz kommen Länder und Bund an die Anwendungen der Justizcloud gar nicht erst heran, weshalb der jetzige Netzanschluss als Zwischenschritt gilt.
Wer als Nächstes drankommt
Als nächstes Bundesland wird Bayern an das Justiznetz angeschlossen. Bis Ende 2028 sollen alle Bundesländer und der Bund angebunden sein. Finanziert wird der Aufbau derzeit aus Bundesmitteln, ab 2027 zusätzlich aus dem „Pakt für den Rechtsstaat“: Aus dessen Digitalsäule stehen 210 Millionen Euro für dieses und weitere Digitalisierungsprojekte der Justiz bereit.

