Aus einem Kirchengrundstück mitten in Lingen ist ein Lehrstück geworden. Seit dem Frühjahr 2021 gestaltet die NABU-Gruppe Emsland Süd den Calvingarten am Calvinhaus im Projekt „Flotte Käfer“ zu einem Naturgarten um. Das Gelände gehört der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lingen.
Totholz ist hier kein Abfall, sondern Baumaterial
Auffälligstes Stück ist die „Käferburg“ aus gespendeten Eichenpfosten und Hackschnitzeln. Dazu kommen Benjeshecken – aufgeschichteter Gehölzschnitt, in dem Vögel und Insekten Unterschlupf finden – und heimische Pflanzen statt pflegeleichter Zierarten. Wer den Garten besucht, sieht auf engem Raum, wie unterschiedliche Strukturen zusammenwirken: offene Flächen, dichtes Gehölz, Totholz, Wasser.

Was sich davon in den eigenen Garten übertragen lässt
Der praktische Nutzen des Geländes liegt genau darin: Ein Totholzhaufen in der Ecke, eine ungemähte Fläche, heimische Stauden und eine Hecke aus Schnittgut kosten wenig und schaffen Lebensraum für Insekten und Vögel. Für Schulklassen, Kitagruppen und Gartenbesitzer ist der Garten deshalb vor allem ein Anschauungsobjekt – Umweltbildung, die man abgehen kann.
Wer sich den Garten zuletzt zeigen ließ
Bei einer Führung über das Gelände hat Marion Lis Mitgliedern der CDU und der Jungen Union Lingen sowie dem CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Jens Hofschröer die Entstehung und die Gestaltung des Gartens erklärt.
„Der Naturgarten zeigt eindrucksvoll, wie Artenvielfalt und Umweltbildung mitten in unserer Stadt gelingen können – zum Mitmachen, Lernen und Entdecken“, sagte Hofschröer nach dem Besuch. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Herbrüggen verwies darauf, dass Natur-, Arten- und Klimaschutz vor Ort praktisch umsetzbar seien und nicht nur ein abstraktes politisches Thema.
Wer weiterhilft
Feste Öffnungszeiten für den Calvingarten nennt der NABU auf seiner Projektseite nicht. Auskunft über Führungen und Mitmachtermine gibt der NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim, Haselünner Straße 15 in Meppen, Telefon 05931 4099630.

