Landrat Uwe Fietzek und Bürgermeister der Grafschafter Kommunen bei der Unterzeichnung der Jugendhilfe-Vereinbarungen

Landkreis und Kommunen legen verbindlichen Rahmen für Jugendhilfe fest

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Der Landkreis Grafschaft Bentheim und die kreisangehörigen Kommunen haben erstmals einen gemeinsamen, verbindlichen Rahmen für die Jugendhilfe vereinbart. Die entsprechenden öffentlich-rechtlichen Vereinbarungen sind Anfang August in Kraft getreten und regeln die Kindertagesbetreuung, die Ganztags- und Ferienbetreuung sowie die Offene Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendpflege.

Klare Aufgabenteilung bei der Kinderbetreuung

Bei der Kindertagesbetreuung übernehmen die Gemeinden künftig grundsätzlich alle Aufgaben der Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen, ausgenommen die Kindertagespflege, für die weiterhin der Landkreis zuständig bleibt. Der Kreis übernimmt unter anderem die Elternbeiträge und bezuschusst die Betriebskosten der Kitas. Die Zuschüsse werden so erhöht, dass Fehlbeträge im Kreisgebiet spätestens ab dem Kindergartenjahr 2028/29 je zur Hälfte von Gemeinden und Landkreis getragen werden.

Für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen und die Ferienbetreuung sind die Gemeinden zuständig, soweit die Aufgaben nicht von den Schulen selbst wahrgenommen werden. Der Landkreis beteiligt sich an den Kosten, etwa für Personal, Honorare und Sachmittel.

Einheitliche Standards für Jugendarbeit

Für die Offene Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendpflege, die weiterhin bei den Gemeinden liegen, gelten künftig einheitliche Qualitätsstandards. Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen ein Jugendhaus und einen Jugendausschuss vorhalten, zudem braucht es qualifiziertes Fachpersonal. Als personelle Mindestausstattung gilt: Je 100 Einwohnerinnen und Einwohner zwischen 10 und 25 Jahren soll mindestens ein Stellenanteil von 0,1 Vollzeitäquivalenten zur Verfügung stehen, verteilt auf offene Jugendarbeit, gemeindliche Jugendpflege und Verwaltung. Der Landkreis unterstützt die Kommunen fachlich über die Kreisjugendpflege und fördert die Einhaltung der Standards mit jährlichen Zuschüssen.

„Wichtiges Signal“ noch vor Wahlperiodenende

Landrat Uwe Fietzek dankte den Bürgermeistern für ihre Unterstützung: „Dass wir diese drei Vereinbarungen noch vor dem Ende der aktuellen Wahlperiode mit allen Städten und Gemeinden gemeinsam auf den Weg bringen konnten, ist ein wichtiges Signal: Landkreis und Kommunen stehen zu ihrer Verantwortung und wollen gemeinsam bestmögliche Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in der Grafschaft bieten.“

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