Wer Architekturgeschichte erleben möchte, hat am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September, die Gelegenheit dazu. In Lingen öffnen der sanierte Bahnhof, der Pulverturm und der ehemalige Güterschuppen in der Bernd-Rosemeyer-Straße 10 ihre Türen. Der Aktionstag steht in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Bahnhof: 60-minütige Führungen mit Anmeldung
Durch den Lingener Bahnhof führen 60-minütige Touren um 9.30, 11 und 12.30 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich, und zwar bis Mittwoch, 9. September, per E-Mail an [email protected].

Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude in der Bernd-Rosemeyer-Straße 18 wurde 1856 errichtet und nach umfangreicher Sanierung im Juni 2026 neu eröffnet. Ziel der Umgestaltung war es, das Baudenkmal äußerlich in den Zustand um 1856 zurückzuversetzen und dabei den historischen Charme und die Symmetrie des Gebäudes wieder sichtbar zu machen. Die zugemauerten Fensterbögen wurden neu hergestellt und zu bodentiefen Fenstern erweitert, Teile der Decke entfernt, sodass eine hohe Bahnhofshalle entstand.
Pulverturm: Führungen im Halbstundentakt
Der Pulverturm ist am 13. September von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Förderverein bietet Führungen um 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr an, dazu eine Bilderausstellung und ein Rätsel für Kinder.

Der Pulverturm wurde Anfang des 15. Jahrhunderts als Teil der Festung Lingen erbaut und diente mehrere Jahre als Lagerstätte für Schießpulver. Bei einem Brand auf der Burg explodierte der Turm 1607, seine Fundamente lagen bis 1960 in der Stadtmitte. 1960/61 wurde er von der Kivelingssektion „Die Welfen“ wieder aufgebaut und der Stadt Lingen geschenkt. Seit Anfang der 2000er-Jahre steht der Pulverturm auf der Liste der niedersächsischen Baudenkmale. Der Förderverein Pulverturm zu Lingen e. V. freut sich über Interessierte, Förderer und neue Mitglieder, Kontakt per E-Mail an [email protected].
Güterschuppen: Tanz-Galerie in historischer Halle
Der ehemalige Güterschuppen ist von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Besucher erfahren dort mehr über das Baudenkmal und seine Sanierung, ab 14 Uhr zeigen die Tänzerinnen und Tänzer der Tanz-Galerie ihr Können, dazu gibt es Kaffee und Kuchen. Der um 1870 erbaute Backsteinkomplex mit zweigeschossigem Kopfbau und teilweiser Fachwerkkonstruktion dient nach denkmalschonender Sanierung heute als Tanz-, Sport- und Kulturzentrum. Für Rückfragen steht Svetlana Lorenz von der Tanzgalerie per E-Mail ([email protected]) oder telefonisch (0591 66468) zur Verfügung.
Weitere Informationen zum bundesweiten Aktionstag gibt es unter tag-des-offenen-denkmals.de.

