Einkaufen in den Niederlanden – Raymond Berning, Inhaber von Supermarkt Berning

Einkaufen in den Niederlanden: 5 clevere Vorteile

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Einkaufen in den Niederlanden gehört im deutschen Grenzgebiet für viele zum Wochenende dazu: pfandfreie Dosen, günstiger Kaffee, frei verkäufliche Medikamente im Supermarktregal – und ein Sonntag, an dem die Türen offen stehen. Wir haben mit Raymond Berning gesprochen, dem Inhaber des gleichnamigen Supermarkts im niederländischen Noord Deurningen (Gemeinde Dinkelland): darüber, wonach deutsche Kundinnen und Kunden dort suchen, wie sich die Nachfrage entwickelt hat und warum einzelne Produkte günstiger sind als wenige Kilometer weiter östlich.

Warum Einkaufen in den Niederlanden für Grenzbewohner attraktiv ist

Vier Argumente nennt Raymond Berning, wenn es um die deutsche Kundschaft geht: pfandfreie Dosen, sehr günstiger Kaffee, der freie Verkauf von Medikamenten – und Lebensmittel, die es in dieser Form nur in den Niederlanden gibt.

„Besonders attraktiv machen uns die pfandfreien Dosen, der sehr günstige Kaffee, der freie Medikamentenverkauf und natürlich die original holländischen Lebensmittel, die man in Deutschland nicht kaufen kann.“

Sonntags geöffnet: „wie ein normaler Wochentag – nur ist viel mehr los“

Während in Deutschland sonntags die Rollläden unten bleiben, ist der Sonntag in Noord Deurningen ein Verkaufstag wie jeder andere – organisatorisch zumindest. Beim Betrieb macht er keinen Unterschied, bei der Frequenz schon.

„Für uns ist der Sonntag wie ein normaler Wochentag. Nur ist viel mehr los. Deutsche Gäste lieben es, sonntags in unserem Supermarkt zu stöbern.“

Geöffnet ist der Markt nach eigenen Angaben sieben Tage die Woche bis 19 Uhr.

Vla, Lakritz, Tiefkühlsnacks: Produkte, die es in Deutschland so nicht gibt

Gefragt sind vor allem die typisch niederländischen Klassiker, die im deutschen Supermarkt fehlen oder nur in kleiner Auswahl stehen:

  • Vla – der niederländische Trinkpudding
  • Lakritz in vielen Sorten
  • ein breites Asia-Sortiment
  • holländische Tiefkühlsnacks
  • pfandfreie Dosen

Wie sich die deutsche Kundschaft entwickelt hat

Von einem Boom spricht Raymond Berning ausdrücklich nicht. Die Zahl der deutschen Kundinnen und Kunden sei in den vergangenen Jahren „wohl stabil geblieben“ – trotz Preisdiskussionen und veränderter Einkaufsgewohnheiten auf beiden Seiten der Grenze.

Warum Kaffee und Medikamente günstiger sind

Beim Preisunterschied nennt Berning drei Gründe – und die haben wenig mit Rabattaktionen zu tun, sondern mit Steuern, Kalkulation und Einkaufsmenge.

„Bei uns im Laden wird der Kaffee steuerfrei verkauft. Da wir im Kaffeebereich einen sehr großen Umsatz haben, beziehen wir den Kaffee direkt vom Röster – dadurch können wir ihn günstig anbieten. Der Preisunterschied im Medikamentenbereich kommt daher, dass wir mit Supermarkt-Gewinnmargen arbeiten und nicht mit Apothekenpreisen. Und allgemein kaufen wir in großen Mengen ein, sodass wir günstig verkaufen können.“

Der Punkt mit dem Kaffee lässt sich nachrechnen: In Deutschland wird auf Kaffee eine eigene Verbrauchsteuer erhoben – 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee und 4,78 Euro je Kilogramm löslichen Kaffee. Eine solche Kaffeesteuer gibt es in Europa nur noch in wenigen Ländern; die Niederlande gehören nicht dazu. Der Steuervorteil steckt also im Preis, bevor überhaupt über Einkaufsmengen gesprochen wird.

Gut zu wissen für die Rückfahrt

  • Kaffee: Der Zoll nennt für Reisen innerhalb der EU eine Richtmenge von 10 Kilogramm Kaffee für den privaten Eigenbedarf. Wer deutlich mehr mitnimmt, muss mit Nachfragen und einer Steuernachforderung rechnen.
  • Medikamente: Frei verkäufliche Arzneimittel dürfen in haushaltsüblicher Menge für den Eigenbedarf mitgeführt werden. Der gewerbliche Versand über die Grenze ist ein eigenes Thema – dazu gab es zuletzt Handlungsbedarf beim Arzneimittelversand aus den Niederlanden.
  • Dosen: In den Niederlanden gekaufte Getränkedosen lassen sich an deutschen Pfandautomaten nicht zurückgeben.

Sortiment und Öffnungszeiten: Was künftig geplant ist

Eine eigene Deutschland-Strategie mit veränderten Öffnungszeiten kündigt Raymond Berning nicht an. Er verweist auf die bestehenden sieben Öffnungstage bis 19 Uhr und auf laufende Sortimentsänderungen.

„Wir berücksichtigen immer die Wünsche unserer Kundschaft. Deshalb haben wir auch sieben Tage die Woche bis 19 Uhr abends geöffnet. Auch erneuern wir ständig das Sortiment.“

FAQ zum Einkaufen in den Niederlanden

Haben niederländische Supermärkte sonntags geöffnet?

Viele grenznahe Märkte in den Niederlanden öffnen auch sonntags, häufig bis in den frühen Abend. Für die Betriebe ist der Sonntag ein regulärer Verkaufstag – nur mit deutlich mehr Andrang als unter der Woche.

Warum ist Kaffee in den Niederlanden günstiger?

In Deutschland fällt zusätzlich zur Mehrwertsteuer eine Kaffeesteuer von 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee an, in den Niederlanden nicht. Dazu kommen bei grenznahen Märkten Direktbezug beim Röster und große Einkaufsmengen.

Wie viel Kaffee darf ich aus den Niederlanden mitnehmen?

Für den privaten Eigenbedarf nennt der Zoll bei Reisen innerhalb der EU eine Richtmenge von 10 Kilogramm Kaffee. Größere Mengen können als gewerblich gewertet werden und die deutsche Kaffeesteuer auslösen.

Welche Produkte lohnen sich beim Einkaufen in den Niederlanden besonders?

Gefragt sind vor allem Kaffee, frei verkäufliche Medikamente, pfandfreie Dosen sowie typisch niederländische Lebensmittel wie Vla, Lakritz, Tiefkühlsnacks und ein breites Asia-Sortiment.

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