Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bildet erstmals eigene Moorspezialistinnen aus. Zwei Mitarbeiterinnen haben ihre dreijährige Qualifizierung begonnen. Niedersachsen ist damit das erste weitere Bundesland, das sich mit eigenen Ausbildungsplätzen am Programm „Moorspezialist*innen“ beteiligt, das Mecklenburg-Vorpommern als bundesweite Fachkräfte-Offensive für den Moorschutz aufgebaut hat.
Warum Niedersachsen mitmacht
„Moorschutz ist Klimaschutz und Klimaanpassung zugleich. Intakte Moore halten Wasser in der Landschaft und werden angesichts des Klimawandels immer wichtiger“, erklärt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer zum Start des Programms. Dafür brauche es gut qualifizierte Fachkräfte, die Wiedervernässungsprojekte vor Ort planen und umsetzen.
Zum Auftakt wurden die beiden Teilnehmerinnen bei einer hybriden Veranstaltung von Vertreterinnen und Vertretern des niedersächsischen Umweltministeriums, des Instituts zur Ausbildung von Moorspezialisten (IMS) am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern sowie des NLWKN begrüßt. Direkt am ersten Tag ging es in die Praxis: Bei einer Exkursion in das Projektgebiet Hannoversche Moorgeest erhielten die angehenden Moorspezialistinnen Einblicke in laufende Baumaßnahmen zur Wiedervernässung.

Drei Jahre in wechselnden Regionen
Im ersten Ausbildungsjahr sind die beiden Frauen in den NLWKN-Betriebsstellen Oldenburg und Lüneburg eingesetzt, die Regionen mit großen Moorflächen und zahlreichen Naturschutz- und Wiedervernässungsprojekten betreuen. Während der dreijährigen Qualifizierung wechseln sie jährlich die Ausbildungsstelle und lernen so unterschiedliche Moorregionen und Projekte kennen, von der Planung und Genehmigung bis zur praktischen Umsetzung.
Koordiniert wird das Programm vom IMS am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern. Es verbindet die international anerkannte Moorforschung der Universität Greifswald mit der praktischen Arbeit in den beteiligten Ländern, damit zusätzliches Fachwissen und qualifiziertes Personal auf die operative Ebene gelangen.
Wer das Programm finanziert
Das Modellvorhaben ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Das Bundesamt für Naturschutz fördert es mit Mitteln des Bundesumweltministeriums zu 90 Prozent, dafür stehen rund 34 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Die verbleibenden zehn Prozent tragen die beteiligten Länder.

