Mehr als 70 Helferinnen und Helfer ernten gemeinsam die Trauben im Weinberg des Ludwig-Windthorst-Hauses

Erste Weinlese im Lingener Weinberg am Ludwig-Windthorst-Haus

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Die Trauben von Lingens erstem Weinberg sind gelesen. Mehr als 70 Helferinnen und Helfer packten unter fachkundiger Anleitung von Winzer Hermann Weber im Garten des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) mit an und ernteten die Trauben des ersten Lingener Jahrgangs.

Warum ein Weinberg im Emsland

LWH-Direktor Marcel Speker-Underbrink erläuterte vor der Lese, wieso im Garten der Katholisch-Sozialen Akademie des Bistums Osnabrück ein Weinberg steht: „Wein ist ein biblisches Leitmotiv, es kommt im Neuen Testament als Begriff häufiger vor als beispielsweise das Wort ‚Kreuz‘, und deswegen ist es natürlich schon mal ein christliches Thema per se.“ Zugleich sei der nun auch im Emsland mögliche Weinanbau eine direkte Folge des Klimawandels, was den Bogen zum christlichen Bildungsauftrag der Bewahrung der Schöpfung schlage. Vor drei Jahren hatte das LWH gemeinsam mit der Lingener Weinhandlung Willenbrock 50 Reben der Rebsorte Sauvignac gepflanzt.

Winzer Hermann Weber prüft mit einem Refraktometer den Reifegrad der Trauben
Winzer Hermann Weber prüft den Reifegrad der Trauben. Foto: Ludwig-Windthorst-Haus

Eine Rebsorte für den Norden

Sauvignac ist laut Winzer Weber und Sommelière Vanessa di Castro geschmacklich eine Mischung aus der fruchtigen Sorte Sauvignon Blanc und dem spritzigen Riesling und wurde gezielt für kühlere, feuchtere Regionen gezüchtet. Gegen den Hauptfeind Mehltau ist sie allerdings nicht resistent, sondern nur tolerant, wie Weber einordnete: Der richtige Erntezeitpunkt sei deshalb immer eine Abwägung zwischen mehr Reifezeit und steigendem Mehltau-Risiko.

Rund 40 Teilnehmende des praxisorientierten Weinbau-Seminars konnten sich bei der eigentlichen Lese fast im Verhältnis eins zu eins um die 50 Reben kümmern. Die Hauptarbeit liege aber vor und nach der Lese, so Weber, bei der Rebenpflege und jetzt im Weinkeller. Als Ertrag stellte er einen überschaubaren Richtwert in Aussicht: „Die Faustformel lautet, dass wir pro Rebe eine Flasche produzieren können.“

Eine Helferin zeigt eine Traube der Rebsorte Sauvignac bei der Weinlese in Lingen
Rund 40 Teilnehmende des Weinbau-Seminars halfen bei der Lese mit. Foto: Ludwig-Windthorst-Haus

Im Anschluss trafen sich alle Helferinnen und Helfer zur Winzervesper und einer moderierten Weinprobe in der LWH-Scheune.

Wein sucht noch einen Namen

Noch fehlt dem Wein ein Name. Speker-Underbrink rief deshalb zu einem Wettbewerb auf: Vorschläge für einen Lagennamen, der später auch auf den Flaschen stehen soll, können bis zum 15. November per E-Mail an [email protected] eingereicht werden. Der Gewinnerin oder dem Gewinner winkt eine Flasche des ersten Lingener Weinberg-Weins.

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