Kinder, die früh ein Gefühl für Zahlen und Mengen, für Sprache und gemeinsames Problemlösen entwickeln, starten mit besseren Voraussetzungen in ihren weiteren Bildungsweg. Wie Kitas diese Grundkompetenzen gezielter fördern können, zeigt ein neues Rahmenmodell, das UNICEF im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums entwickelt hat. Die Ergebnisse des von der EU geförderten Projekts wurden am 4. September bei einer Abschlussveranstaltung in Hannover vorgestellt.
Was das Modell leistet
Das Rahmenmodell zeigt pädagogischen Fachkräften, wie sie Lern- und Bildungsumgebungen im Kita-Alltag bewusst gestalten können, um Kinder beim Erwerb sprachlicher, mathematischer und sozial-emotionaler Kompetenzen zu unterstützen. Zugleich soll es Fachkräften helfen, die eigene pädagogische Arbeit regelmäßig zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Drei Jahre Entwicklung, erprobt in 13 Kitas
Das Kultusministerium hatte 2023 über das Technische Unterstützungsinstrument (TSI) der Europäischen Kommission die Finanzierung eingeworben. Von August 2024 bis September 2026 erarbeitete UNICEF das Modell auf Basis von Analysen zur Förderung von Grundkompetenzen in niedersächsischen Kitas sowie Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, darunter Großbritannien und Estland. Begleitet wurde der Prozess von Vertreterinnen und Vertretern des Landes, kommunaler und freier Kita-Träger, Grundschulen sowie Wissenschaft und Weiterbildung – mit dem Ziel, internationale Impulse mit der bewährten kindzentrierten Ausrichtung der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen zu verbinden.
Die Praxistauglichkeit wurde gemeinsam mit 13 Kindertageseinrichtungen erprobt und von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin wissenschaftlich ausgewertet. Die Erkenntnisse aus dieser Pilotphase flossen in die finale Fassung ein.
„In den ersten Lebensjahren werden die Grundlagen für erfolgreiches Lernen gelegt“, sagt Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner. „Das neue Rahmenmodell unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, Kinder in Kitas noch gezielter beim Erwerb von Sprache, mathematischem Verständnis und sozialen Kompetenzen zu begleiten.“
Judit Rozsa von der Taskforce „Reformen und Investitionen“ der Europäischen Kommission ergänzt: „Das Projekt zeigt, wie evidenzbasierte Reformen dazu beitragen können, Kindern eine starke Grundlage für lebenslanges Lernen zu eröffnen.“ Octavian Bivol, stellvertretender Regionaldirektor von UNICEF ECARO, sieht mit dem Modell „eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung der elementaren Bildung in Niedersachsen“ gelegt.
Bei der Abschlussveranstaltung diskutierte Staatssekretär Ertner mit Mitgliedern des Projektbeirats, wie Land, Kommunen, Träger und Kitas die Empfehlungen des Modells als Nächstes umsetzen können.

