Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte reist vom 29. September bis zum 3. Oktober mit einer Delegation nach Estland. Ziel der Reise nach Tallinn ist es, Impulse für die niedersächsische Land- und Ernährungswirtschaft zu sammeln. Estland gilt in der EU als Vorreiter bei Digitalisierung und staatlicher Krisenvorsorge und setzt auch in der Landwirtschaft auf einen hohen Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen sowie digitale Technik.
Begleitet wird Staudte von Vertreterinnen und Vertretern landwirtschaftlicher Verbände, von Wissenschaft, Forschung und landwirtschaftlicher Praxis sowie von Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags.
Was auf dem Programm steht
Die Delegation trifft Vertreterinnen und Vertreter der estnischen Regierung, um agrarpolitische Rahmenbedingungen beider Länder zu vergleichen. Im E-Estonia Briefing Centre geht es um die digitale Verwaltung Estlands und ihre Anwendung im Agrarbereich, ergänzt durch den Austausch mit einem estnischen IT-Unternehmen, das digitale Lösungen für Verwaltung und Landwirtschaft entwickelt.
Beim Besuch eines Torfabbaugebiets in Sooniste geht es um Klimaschutz: Dort wird neben dem Abbau abschnittsweise wiedervernässt, die Delegation diskutiert technische und wirtschaftliche Fragen der Torfreduzierung. Ein Bio-Milchviehbetrieb in Nordestland zeigt, wie Tierhaltung, eigene Futterproduktion und Kreislaufwirtschaft in der ökologischen Landwirtschaft zusammenspielen. Zum Thema Krisenvorsorge besucht die Delegation eine staatliche Einrichtung für strategische Vorräte sowie das estnische Rettungsamt, das für die Versorgung der Bevölkerung im Krisen- oder Evakuierungsfall zuständig ist.
Warum gerade Estland
Estland gilt wegen seiner Nähe zu Russland als besonders erfahren in der Notfallvorsorge und hat seine Verwaltung weitgehend digitalisiert. Staudte:
„Vom Baltikum können wir lernen, wenn es um Krisenvorsorge geht. Außerdem zeigt Estland eindrucksvoll, welche Chancen Digitalisierung für Staat, Wirtschaft und Landwirtschaft bietet. Gerade bei Verwaltungsverfahren können digitale Lösungen für Landwirtinnen und Landwirte einen echten Mehrwert schaffen und Behörden entlasten.“

