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Die neue Schleuse Gleesen am Dortmund-Ems-Kanal bei der Inbetriebnahme

Neue Schleuse Gleesen am Dortmund-Ems-Kanal ist in Betrieb

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Am Dortmund-Ems-Kanal bei Gleesen im Emsbürener Ortsteil Gleesen ist am 14. September 2026 die neue Schleuse offiziell für den Schiffsverkehr in Betrieb gegangen. Sie ist die erste von fünf geplanten Ersatzneubauten auf der Dortmund-Ems-Kanal-Nordstrecke (DEK-Nord) und ersetzt eine rund 100 Jahre alte Anlage, die den Anforderungen des modernen Güterverkehrs nicht mehr gewachsen war.

Platz für große Schiffe: 140 Meter Länge, 12,5 Meter Breite

Die neue Schleusenkammer ist 140 Meter lang und 12,5 Meter breit und damit für sogenannte übergroße Großmotorgüterschiffe (üGMS) ausgelegt. Ein zusätzliches Sparbecken nördlich der Kammer senkt den Wasserverbrauch je Schleusung. Bislang mussten größere Schiffe auf der Strecke Umwege in Kauf nehmen oder konnten sie gar nicht befahren.

Warum das für das Emsland wichtig ist

Für die Region ist die neue Schleuse mehr als ein technisches Bauwerk: Sie sichert den Dortmund-Ems-Kanal als Transportweg für Unternehmen im Emsland. Landrat Marc-André Burgdorf betont den langen Einsatz der Region für das Projekt: „Das Emsland und die Region haben die Bedeutung des Ausbaus der DEK-Nordstrecke für die hiesige Wirtschaft und nachhaltige Transportwege früh erkannt und mit Engagement unterstützt – rund 3,6 Mio. Euro sind in den vergangenen zehn Jahren für Planungskosten von uns dafür aufgewendet worden.“ Die beiden in Niedersachsen noch ausstehenden Schleusen in Hesselte und Venhaus sollen nach seinen Worten nun in einem beschleunigten Verfahren früher gebaut werden.

Sechs Schleusen auf 29 Kilometern: die Schleusentreppe Rheine

Gleesen gehört zur sogenannten Schleusentreppe Rheine: Auf rund 29 Kilometern überwinden dort sechs Schleusen einen Höhenunterschied von etwa 29 Metern – neben Gleesen sind das Bevergern, Rodde, Altenrheine, Venhaus und Hesselte. Während Altenrheine bereits 1974 modernisiert wurde, stehen die Arbeiten an den übrigen Anlagen noch aus. Grundlage der gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Land und Region ist ein Kooperationsvertrag zwischen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) und der Region vom 6. November 2007.

Weniger Lastwagen auf den Straßen

Für den Streckenabschnitt wird bis 2030 eine jährliche Transportmenge von rund 4,4 Millionen Tonnen erwartet. Ein Binnenschiff mit 3.000 Tonnen Tragfähigkeit kann bis zu 150 Lkw ersetzen. GDWS-Präsidentin Anke Leue verweist auf die neuen Möglichkeiten für die Schifffahrt: „Da die Schleuse nun länger als ein Fußballfeld ist, bedeutet das für die Region, Unternehmen können künftig auch mit modernen Großschiffen verlässlich durchfahren. Das stärkt die Wasserstraße als Transportweg für unter anderem Erdöl, Massengüter und Container. Diese müssen nun nicht mehr zwingend über die Straße transportiert werden, was für die Anwohner weniger Lärm, Emissionen und Stau auf den Straßen bedeuten kann.“

Der Dortmund-Ems-Kanal bildet zusammen mit dem Mittellandkanal eine zentrale West-Ost-Verbindung im deutschen Wasserstraßennetz und verknüpft die Stromgebiete von Weser, Elbe und Oder sowie die Seehäfen an Nord- und Ostsee mit dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene. Bei Niedrigwasser dient er zudem als wichtige Ausweichstrecke.

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