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Dr. Moulay Abderrahmane Rachidi, Bernadette Haverkamp, Karim Azem und Dr. Knut Frese (von links) stellen das neue Schlaflabor vor

Neues Schlaflabor in Vechta: HNO-Klinik am St. Marienhospital startet ambulante Schlafdiagnostik

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Im St. Marienhospital Vechta gibt es jetzt ein ambulantes Schlaflabor in der HNO-Klinik. Betrieben wird es von Dr. Moulay Abderrahmane Rachidi, der eine HNO-Praxis in Garrel führt und über langjährige Erfahrung in der Schlafmedizin verfügt. Gemeinsam mit dem Chefarzt der HNO-Klinik, Dr. Knut Frese, will er damit eine regionale Versorgungslücke schließen, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Schlaflabore in der Region weggefallen sind.

Diagnostik bei Schnarchen und Atemaussetzern

Das neue Schlaflabor ist auf Erkrankungen aus dem HNO-Bereich spezialisiert. „Wir wollen das Gefährliche vom Ungefährlichen unterscheiden“, erklärt Dr. Frese. Gerade bei Schnarchen und Atemaussetzern könne eine genaue Diagnostik wichtige Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe geben, bei der es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern kommt, meist durch eine Verengung der oberen Atemwege. Am Anfang der Untersuchung steht in der Regel eine ambulante Polygraphie, die über den Hausarzt veranlasst wird. Erst wenn sich daraus ein entsprechender Verdacht ergibt, folgt die weiterführende Untersuchung im Schlaflabor.

Untersuchungen auch am Wochenende möglich

Das Schlaflabor startet zunächst mit zwei Messplätzen. Eine Besonderheit: Die Untersuchungen können auch am Wochenende stattfinden, wovon besonders Berufstätige profitieren, die unter der Woche keinen Termin wahrnehmen können. Die erste Nacht dient der Diagnostik, je nach Ergebnis können weitere Nächte zur Einstellung oder Kontrolle einer Therapie nötig sein.

Von der CPAP-Maske bis zum Zungenschrittmacher

Eine festgestellte Schlafapnoe lässt sich je nach Ursache und Ausprägung unterschiedlich behandeln. Die CPAP-Schlafmaske gilt als Standardtherapie, nach Angaben des Schlaflabors erhalten rund 60 Prozent der Patienten diese Behandlung. Weitere Möglichkeiten sind Schienen zur Stabilisierung der Atemwege, ein Lagesensor gegen die Rückenlage oder operative Verfahren wie die Straffung des Gaumensegels, die Begradigung der Nasenscheidewand oder die Entfernung vergrößerter Mandeln. Für Patienten mit schweren Atemaussetzern, bei denen andere Therapien nicht ausreichen, gibt es zudem den sogenannten Zungenschrittmacher, der die Zunge bei Atemaussetzern gezielt stimuliert und so den Atemweg offenhält. Patienten aus der Region wurden dafür bislang unter anderem nach Bremen oder Hamburg vermittelt, perspektivisch soll auch Vechta als Anlaufstelle für diesen Eingriff etabliert werden.

Risiko für Berufskraftfahrer

Schlafprobleme und schlafbezogene Atemstörungen können grundsätzlich alle Altersgruppen betreffen, auch Übergewicht und Alkoholkonsum können Schnarchen und Atemprobleme im Schlaf begünstigen. Besonders aufmerksam sollte man bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit werden: Für Berufsgruppen wie Berufskraftfahrer kann eine unbehandelte Schlafapnoe durch das Risiko von Sekundenschlaf am Steuer schwerwiegende Folgen haben.

Dr. Rachidi hat elf Jahre in den Niederlanden gearbeitet und dort ein Schlaflabor aufgebaut. Gemeinsam mit Dr. Frese setzt er nun auf eine enge Verzahnung von HNO-Medizin und Schlafmedizin am St. Marienhospital Vechta.

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