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Ausbildung bei Augustin Entsorgung – Michael Heidtmann, Leiter Personal

Ausbildung bei Augustin Entsorgung: Wie das Unternehmen junge Menschen gewinnt und hält

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Ausbildung bei Augustin Entsorgung beginnt für viele Jugendliche längst vor dem ersten Arbeitstag: 26 neue Auszubildende und dual Studierende sind in diesem Jahr an den 16 Standorten des Meppener Entsorgungsunternehmens gestartet. Wie das gelingt und was danach passieren muss, damit aus einer Unterschrift eine langfristige Bindung wird, erklärt Michael Heidtmann, Leiter Personal bei der Augustin Entsorgung Holding GmbH, im Interview mit Regionalupdate.de.

Warum Ausbildung bei Augustin Entsorgung heute anspruchsvoller wird

Die Suche nach Nachwuchskräften ist aus Sicht von Heidtmann anspruchsvoller geworden. Junge Menschen hätten heute deutlich mehr Möglichkeiten und könnten sich stärker aussuchen, wo und wie sie ins Berufsleben starten. Unternehmen konkurrieren dabei längst nicht mehr nur mit anderen Ausbildungsbetrieben, sondern auch mit einem Studium, Freiwilligendiensten oder anderen Lebensentwürfen – vor dem Hintergrund eines spürbaren Fachkräftemangels in vielen Branchen.

„Wenn wir mit jungen Menschen ins Gespräch kommen und ihnen zeigen können, was eine Ausbildung bei uns tatsächlich bedeutet, erleben wir sehr viel Interesse. Die Herausforderung liegt vor allem darin, sie überhaupt zu erreichen.“

Genau deshalb wertet er die 26 neuen Auszubildenden und dual Studierenden an den Augustin-Standorten als gutes Zeichen: Ausbildung sei nach wie vor attraktiv, wenn Angebot und Ansprache stimmen.

Was junge Menschen heute von einem Ausbildungsbetrieb erwarten

Große Veränderung sieht Heidtmann vor allem in der Selbstverständlichkeit, mit der junge Menschen Fragen stellen und eigene Erwartungen formulieren. Durchaus kein schlechtes Zeichen für ihn, denn so können Ansprache und Ausbildung neu gedacht und verändert werden. Arbeitszeiten, Teamklima, Entwicklungsmöglichkeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben spielen eine größere Rolle als früher, als eher die Sicherheit eines Ausbildungsplatzes im Vordergrund stand.

„Heute möchten junge Menschen stärker verstehen, welchen persönlichen Mehrwert ihnen eine Ausbildung bietet. Dabei geht es nicht nur um Geld: Wertschätzung, ein gutes Miteinander, ein moderner Arbeitsplatz und Weiterentwicklung sind mindestens genauso wichtig.“

Der Bauchgefühl-Faktor: Warum der persönliche Eindruck entscheidet

Ausbildungsvergütung, Übernahmechancen oder Arbeitszeiten spielen laut Heidtmann zwar eine Rolle, am Ende entscheide aber häufig das Bauchgefühl: Fühle ich mich hier wohl? Werde ich ernst genommen? Kann ich mir vorstellen, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten?

„Wir wollen niemandem ein perfektes Bild vom Unternehmen vermitteln, das mit der Realität später nichts zu tun hat. Die Jugendlichen sollen möglichst früh erleben, wie es bei uns wirklich ist.“

Dazu gehört für ihn auch, dass Bewerberinnen und Bewerber mit den Menschen sprechen können, mit denen sie später tatsächlich zusammenarbeiten. Ein Gespräch mit einem Ausbilder oder einer Auszubildenden vermittle manchmal mehr als zehn Seiten Informationsmaterial.

Regionale Präsenz und echte Einblicke statt Hochglanzbilder

Als regional aufgestelltes Unternehmen mit 16 Standorten kann Augustin Entsorgung laut Heidtmann nicht davon ausgehen, dass jeder Jugendliche die Branche oder das Unternehmen kennt. Viele wüssten gar nicht, wie vielfältig die Arbeit in einem Entsorgungsunternehmen ist: Dahinter stehen Logistik, Technik, Nachhaltigkeit, Recycling, kaufmännische Prozesse und viele unterschiedliche Berufsbilder.

„Wir müssen raus aus dem Büro und dorthin, wo junge Menschen sind: in Schulen, auf Ausbildungsmessen, zu Praktika oder direkt an unsere Standorte. Ein echter Blick in den Arbeitsalltag ist viel wertvoller als Hochglanzbilder.“

Wenn ein Auszubildender erzähle, was ihm an der Ausbildung gefällt und was manchmal schwierig ist, sei das glaubwürdig, so Heidtmann. Wie entscheidend Sichtbarkeit vor Ort für die Nachwuchsgewinnung im Emsland ist, zeigt auch ein Beitrag zum Ausbildungsmarketing an der Ems-Achse auf Regionalupdate.de.

Kaufmännischer Auszubildender bei Augustin Entsorgung
Ausbildung bei Augustin Entsorgung: kaufmännischer Bereich
Gewerblicher Auszubildender bei Augustin Entsorgung
Ausbildung bei Augustin Entsorgung: gewerblicher Bereich

Die ersten Wochen entscheiden: Wie neue Azubis ankommen

Mit der Vertragsunterschrift ist das Recruiting für Heidtmann erst zur Hälfte geschafft. Die ersten Wochen seien entscheidend: Ein junger Mensch komme aus der Schule und betrete eine völlig neue Welt mit neuen Kollegen, neuen Abläufen und ungewohnter Verantwortung.

„Ein fester Ansprechpartner, eine gute Einarbeitung und vor allem Kollegen, die sich Zeit nehmen, sind wichtig. Gleichzeitig sollte man den jungen Menschen auch etwas zutrauen, sie wollen nicht dauerhaft nur ‚der Azubi‘ sein.“

Genauso wichtig sei Zuhören: Wenn ein Auszubildender sage, dass etwas nicht funktioniert, müsse das ernst genommen werden. Gute Ausbildung sei für ihn keine Einbahnstraße.

Ausbildung als Investition: Vom Azubi zur Fachkraft

Ausbildung koste Zeit und Ressourcen, sei aber eine Investition in die Zukunft des Unternehmens, so Heidtmann. Drei Dinge brauche es dafür: gute fachliche Ausbildung, persönliche Begleitung und echte Entwicklungsmöglichkeiten.

„Ein Auszubildender sollte merken: Ich lerne hier etwas, ich werde besser, und mir werden zunehmend mehr Dinge zugetraut. Unser Ziel ist nicht, jemanden möglichst schnell durch die Ausbildung zu bringen, sondern Menschen so gut auszubilden, dass sie anschließend gerne bei uns bleiben.“

Auch nach der Ausbildung dürfe die Entwicklung nicht aufhören, etwa durch Weiterbildungen, zusätzliche Qualifikationen oder weitere Entwicklungsschritte.

Drei Tipps für Unternehmen mit offenen Ausbildungsplätzen

Unternehmen, die aktuell Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, rät Heidtmann zu drei Schritten:

  1. Die eigene Ausbildung ehrlich hinterfragen: Was bieten wir jungen Menschen tatsächlich, und würden wir selbst das attraktiv finden – vom ersten Kontakt bis zum ersten Ausbildungstag?
  2. Junge Menschen dort ansprechen, wo sie tatsächlich sind: einen echten Einblick geben statt nur zu erzählen, wie toll das Unternehmen ist – etwa über ein Praktikum, einen Schnuppertag oder ein persönliches Gespräch.
  3. Die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitnehmen: Sie sind die glaubwürdigsten Botschafter des Unternehmens.

„Wir müssen jungen Menschen nicht nur einen Ausbildungsplatz anbieten, sondern ihnen zeigen, warum sie ihre ersten Berufsjahre genau bei uns verbringen möchten.“

FAQ: Ausbildung bei Augustin Entsorgung

Wie viele neue Auszubildende hat Augustin Entsorgung 2026 eingestellt?

26 neue Auszubildende und dual Studierende sind 2026 an den 16 Standorten des Unternehmens gestartet.

Was erwarten junge Menschen heute von einem Ausbildungsbetrieb?

Neben der Ausbildungsvergütung vor allem Wertschätzung, ein gutes Miteinander, moderne Arbeitsbedingungen und echte Entwicklungsmöglichkeiten.

Wie unterstützt Augustin Entsorgung neue Auszubildende in den ersten Wochen?

Über einen festen Ansprechpartner, eine strukturierte Einarbeitung und Kolleginnen und Kollegen, die sich bewusst Zeit nehmen.

Was rät Michael Heidtmann Unternehmen mit unbesetzten Ausbildungsplätzen?

Die eigene Ausbildung ehrlich hinterfragen, junge Menschen dort ansprechen, wo sie wirklich sind, und die eigenen Mitarbeitenden als Botschafter einbinden.

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