Die Preise für Dienstleistungen in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Das Statistische Bundesamt meldet den stärksten Anstieg seit mehr als drei Jahren. Grund dafür sind unter anderem gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Kriegs.
Erzeugerpreise ziehen spürbar an
Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen lagen im zweiten Quartal 2026 um 3,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Damit fiel der Anstieg so stark aus wie zuletzt im vierten Quartal 2022, als die Preise um 4,5 Prozent zulegten. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 stiegen die Preise um 1,6 Prozent.
Energiepreise als Preistreiber
Als Ursache für den deutlichen Anstieg nennt Destatis zwei Faktoren: Zum einen passten viele Unternehmen ihre Preise zu Jahresbeginn an gestiegene Kosten an, wie es häufig zum Jahreswechsel geschieht. Zum anderen sorgten die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise für zusätzlichen Aufwärtsdruck. Die Kombination beider Effekte führte in mehreren Dienstleistungsbereichen zu teils deutlichen Preissteigerungen.
Stärkster Anstieg seit 2022
Der aktuelle Wert markiert den höchsten Preiszuwachs im Vorjahresvergleich seit Ende 2022. Damals hatten vor allem die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise die Erzeugerpreise nach oben getrieben. Die neuen Daten deuten darauf hin, dass geopolitische Krisen weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung im deutschen Dienstleistungssektor haben. Beobachter dürften die weitere Entwicklung in den kommenden Quartalen genau verfolgen, um abzuschätzen, ob sich der Trend fortsetzt oder abschwächt.

