Was passiert, wenn die Stromversorgung ausfällt, die Kommunikation zusammenbricht oder ein Cyberangriff die Verwaltung lahmlegt, und wer trägt am Ende die Kosten? Über diese Fragen haben sich Kämmerinnen und Kämmerer aus dem Kreis Coesfeld am Freitag, 18. September 2026, im Billerbecker Rathaus mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann ausgetauscht.
Eingeladen hatte die Billerbecker Kämmerin Marion Lammers. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Vorsorge Kommunen für Krisenfälle treffen müssen, welche Anforderungen künftig auf sie zukommen könnten und wie die nötigen Investitionen und Folgekosten finanziert werden können.
Notstrom, Cybersicherheit und die Frage der Zuständigkeiten
Henrichmann gab zunächst einen Einblick in die sicherheitspolitische Lage und ordnete mögliche Gefährdungen kritischer Infrastruktur aus bundespolitischer Sicht ein. Anschließend ging es um Notstromversorgung, krisenfeste Kommunikation, Cybersicherheit, Datensicherung und die Arbeitsfähigkeit kommunaler Verwaltungen in Krisensituationen, sowie um die Zuständigkeiten zwischen Betreibern kritischer Infrastruktur, Bund, Land, Kreis und Kommunen.
Frühzeitig klären, wer zahlt
„Kommunen können nicht erst dann reagieren, wenn der Ernstfall eintritt. Der Austausch zeigt, wie wichtig es ist, Zuständigkeiten und Finanzierungsfragen frühzeitig gemeinsam zu klären, bevor sie in der Krise zum Problem werden“, sagt Henrichmann.
„Für uns als Kommunen ist entscheidend, frühzeitig zu wissen, welche Anforderungen auf uns zukommen könnten und welche finanziellen Auswirkungen damit verbunden sind. Gerade kleinere Städte und Gemeinden verfügen über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen“, sagt Kämmerin Marion Lammers. „Sicherheit und Krisenfestigkeit hängen auch von den finanziellen Möglichkeiten der Kommunen ab. Deshalb muss bei erweiterten Aufgaben zugleich geklärt werden, wie diese dauerhaft finanziert werden können.“
Konkrete Festlegungen oder Zusagen standen bei dem Gespräch nicht im Mittelpunkt. Es ging vor allem darum, die kommunale Perspektive frühzeitig in die laufende Debatte einzubringen und Erfahrungen aus den Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld auszutauschen. Bürgermeister Marco Lennertz begrüßte die Teilnehmenden im Billerbecker Rathaus und betonte die Bedeutung des Austauschs zwischen kommunaler und bundespolitischer Ebene.

