Die Stadt Nordhorn hat Mitte September 2026 zum fünften Mal ihren Artenschutzpreis verliehen. Insgesamt 15.000 Euro gingen an Einzelpersonen, Vereine, Schulen und Unternehmen, die sich für den Schutz der Artenvielfalt in Nordhorn einsetzen. Das größte Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro erhielt der AWO Kreisverband Grafschaft Bentheim für die Artenschutzmaßnahmen rund um das Gut Klausheide. Die Preisverleihung fand in der Parkanlage des Guts statt, vorgenommen von Bürgermeister Thomas Berling, Stadtbaurätin Milena Schauer und Umweltbeauftragtem Gerwin Rademaker.
Naturnahe Garten-Arche auf dem Gut Klausheide
Treibende Kraft hinter den Maßnahmen ist Uwe Scholz, Bewohner der Einrichtung, der den Preis gemeinsam mit AWO-Mitarbeiter Martin Schevel entgegennahm. „Ich bin ganz baff, da kann ich ja jetzt noch ganz viele weitere Dinge umsetzen, die ich mir schon überlegt habe“, sagte Scholz. Gemeinsam mit weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden hat er auf dem Gelände eine „Garten-Arche“ angelegt: Käfermeiler, Benjeshecken, Totholzhaufen, Trockenmauern und Wildblumenwiesen bieten dort Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dazu kommen ein Wanderwegekonzept und eine Beschilderung. Scholz bietet auch Führungen an, Interessierte können sich dafür direkt beim Gut Klausheide melden.

Auszeichnungen für Vereine, Schulen und Unternehmen
In der Kategorie Vereine gab es zwei weitere Preise zu je 750 Euro: für Silas Suntrup vom NABU Grafschaft Bentheim, der kostenlose „Dracula Nächte“ zur Fledermausbeobachtung sowie Nisthilfen für Fledermäuse organisiert, und für die NaturFreunde Deutschlands, Kinder- und Jugendgruppe Nordhorn und Umgebung, für Pflanzaktionen, Nisthilfen-Bau und Umweltbildung mit Kindern und Schulklassen im Stadtgebiet.
Bei den Unternehmen teilten sich die Firma Averes und die Lindschulte Ingenieurgesellschaft den ersten Preis zu je 1.000 Euro, beide für Dachbegrünung sowie Wildblumen- und Staudenbeete an ihren Firmensitzen. Der Tierpark Nordhorn erhielt 750 Euro für sein von Auszubildenden umgesetztes Projekt zur Förderung der Igelpopulation.
Zwei Schulen wurden ebenfalls ausgezeichnet: die Grundschule am Roggenkamp mit 1.000 Euro für Nisthilfen und ein Insektenhotel, sowie die Altendorfer Grundschule mit 250 Euro für die Umgestaltung und Entsiegelung des Schulhofs unter dem Motto „von Grau zu Grün“ und ein Schulwäldchen als grünes Klassenzimmer.
Private Gärten als Vorbilder
Den ersten Preis in der Kategorie Privatpersonen und 1.500 Euro erhielt Familie Hempen, die seit ihrem Einzug 2017 rund 250 Quadratmeter Zierrasen in eine extensive Wiese mit ausschließlich heimischen Gewächsen umgewandelt und ihr Flachdach begrünt hat. Familie Cöper belegte mit einer Obstwiese, Nisthilfen und einer Totholzhecke den zweiten Platz (1.250 Euro). Den dritten Platz und 750 Euro erhielt Matthias Schrader für seinen von Anfang an naturnah angelegten Garten im Neubaugebiet Deegfeld mit insektenfreundlicher Bepflanzung, Totholzinseln und einem Sandarium.
Bewerben konnten sich Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen, Kindergartengruppen, Vereine, Unternehmen und Organisationen mit Artenschutz-Aktivitäten, die einen Bezug zu Nordhorn haben. Die Preisgelder sind zweckgebunden und müssen wieder in neue Arten- oder Naturschutzprojekte fließen. Die Stadt Nordhorn plant, den Preis auch im kommenden Jahr wieder auszuschreiben.

