Die Verbraucherpreise in Niedersachsen sind im September 2026 um 3,3 Prozent höher gewesen als ein Jahr zuvor. Das meldet das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) nach vorläufigen Zahlen. Es ist der dritte Anstieg der Inflationsrate in Folge und der höchste Wert seit Dezember 2023, als sie bei 3,7 Prozent lag. Im August waren es noch 2,9 Prozent gewesen. Allein von August auf September zogen die Preise um 0,6 Prozent an.
Heizöl drei Viertel teurer als vor einem Jahr
Hauptgrund ist die Energie, die 14,3 Prozent mehr kostete als im September 2025. Besonders an der Zapfsäule spüren Verbraucher das: Kraftstoffe verteuerten sich um 36,8 Prozent, Diesel sogar um 51,1 Prozent, Superbenzin um 32,8 Prozent. Leichtes Heizöl kostete 75,7 Prozent mehr, feste Brennstoffe 12,1 Prozent. Strom (minus 3,7 Prozent), Erdgas (minus 6,9 Prozent) und Fernwärme (minus 6,6 Prozent) waren dagegen günstiger als vor einem Jahr, sodass die Haushaltsenergie insgesamt auf dem Vorjahresniveau blieb. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerung bei 1,9 Prozent gelegen.
Butter deutlich billiger, Gurken deutlich teurer
Nahrungsmittel kosteten insgesamt nur 0,3 Prozent mehr. Dahinter verbergen sich große Unterschiede: Butter war 27,3 Prozent und Milch 8,8 Prozent billiger als vor einem Jahr, Kaffee 4,8 Prozent. Gemüse verteuerte sich dagegen um 7,0 Prozent, etwa Gurken um 22,1 Prozent, Kopf- und Eisbergsalat um 18,1 Prozent, Tomaten um 15,1 Prozent und Kartoffeln um 10,1 Prozent. Auch Eier (plus 13,3 Prozent), frischer Fisch (plus 6,7 Prozent), Rind- und Kalbfleisch (plus 5,9 Prozent) und Zucker (plus 5,5 Prozent) legten spürbar zu.
Dienstleistungen und Nebenkosten
Dienstleistungen ohne Mieten waren 3,2 Prozent teurer. Ein Essen im Restaurant kostete 3,9 Prozent mehr, eine Übernachtung 3,3 Prozent. Überdurchschnittlich stiegen die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 6,6 Prozent), für soziale Einrichtungen (plus 5,6 Prozent) und für Personen- und Güterbeförderung (plus 4,7 Prozent).
Die Nettokaltmieten stiegen moderat um 1,9 Prozent, die Wohnnebenkosten dagegen um 5,2 Prozent. Dazu trugen vor allem Müllabfuhr (plus 5,4 Prozent), Abwasser (plus 3,9 Prozent) und Wasser (plus 3,7 Prozent) bei. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 2,5 Prozent.
Die Zahlen sind vorläufig. Gibt es bis zum 6. Oktober keine Korrektur, gelten sie als endgültig. Zum Vergleich: unser Bericht zur Inflation im August.

