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Gruppe von rund 40 Gästen vor dem Alten Landratsamt in Lüdinghausen, links die Bronzebüste von Paulus van Husen auf einem Steinsockel

Lüdinghausen enthüllt Büste für Widerstandskämpfer Paulus van Husen, Straße soll folgen

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Vor dem Alten Landratsamt in Lüdinghausen erinnert seit Samstag, 26. September 2026, eine Bronzebüste an den Juristen und Widerstandskämpfer Dr. Paulus van Husen (1891–1971). Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Norbert Hypki, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland, enthüllten das Denkmal vor rund 60 Gästen. Die Sparkasse, die heute in dem Gebäude ihre Hauptstelle hat, hat die Büste finanziert. Wir hatten vorab über das Vorhaben berichtet.

Eine Straße für van Husen

Bürgermeister Ansgar Mertens bekräftigte bei der Feierstunde eine Zusage: Lüdinghausen will eine Straße nach Paulus van Husen benennen. Geplant ist ein ganzes Wohnviertel, dessen Straßen nach Widerstandskämpfern und anderen aufrechten Persönlichkeiten heißen sollen. Wann und wo, sagte Mertens nicht.

Vom Landratsamt in den Widerstand

Der Ortsbezug ist eng: Van Husen absolvierte im Landratsamt Lüdinghausen kurz vor und nach dem Ersten Weltkrieg einen wichtigen Teil seiner Ausbildung als preußischer Regierungsreferendar. Später gehörte der überzeugte Katholik dem Kreisauer Kreis an, einer Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. 1944 verhaftete ihn die Gestapo, er kam ins KZ Ravensbrück und stand vor dem Volksgerichtshof. Nach dem Krieg wurde er Präsident des Oberverwaltungsgerichts in Münster und 1952 erster Präsident des neu gegründeten Verfassungsgerichtshofs Nordrhein-Westfalen. 1959 ging er in den Ruhestand.

Großneffe Manfred Lütz liest aus dem Nachlass

Der Psychiater und Bestsellerautor Dr. Manfred Lütz ist van Husens Großneffe. Er nannte seinen Großonkel einen „beeindruckenden charaktervollen Kämpfer für den Rechtsstaat“ und las aus dessen Erinnerungen „Als der Wagen nicht kam: Eine wahre Geschichte aus dem Widerstand“, die er im Nachlass entdeckt und herausgegeben hatte, vor allem Passagen über Lüdinghausen.

Geschaffen hat die Büste der Bildhauer Prof. Thomas Duttenhoefer, den Sockel der Steinmetz Rutger Schwarz. Den Kontakt zum Künstler hatte die Galeristin Dr. Gabriele Hovestadt vermittelt. Die Idee geht auf den Landrat zurück, der zunächst eine Gedenktafel anbringen wollte. Der frühere Sparkassenchef Heinrich-Georg Krumme schlug stattdessen eine Büste vor.

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