Mal zu wenig, mal zu viel: Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt in Niedersachsen, auch das Grundwasser. Wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Behörden damit umgehen sollen, war Thema des 31. Grundwasser-Workshops des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Fachleute aus ganz Deutschland trafen sich dazu am Dienstag, 29. September 2026, in Vechta.
Vom Rekordtief zum Hoch und zurück
Wie schnell sich die Lage ändert, zeigen die Messwerte des NLWKN der vergangenen Jahre. Nach mehreren Trockenjahren lag der Grundwasserstand im Herbst 2022 und Winter 2022/23 landesweit sehr niedrig. Das sehr nasse Jahr 2024 brachte dann durchweg hohe Stände. Im Jahr 2025 rutschten sie ab dem Frühjahr wieder deutlich unter den langjährigen Durchschnitt.

Gleichzeitig wachsen und verändern sich die Ansprüche an das Wasser, etwa in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Industrie. „Gerade beim Grundwasser müssen wir Entwicklungen frühzeitig erkennen und unsere Bewirtschaftung langfristig darauf ausrichten“, sagte NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer.
Von digitalen Wasserzählern bis Dänemark
Im ersten Teil des Workshops ging es um den Ist-Zustand: Klimarisiken für Land- und Forstwirtschaft, die Entwicklung der Grundwasserstände in Niedersachsen und die Bewertung des Grundwassers nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Der zweite Teil drehte sich um konkrete Ansätze. Vorgestellt wurden unter anderem Förderprogramme des Landes, die digitale Erfassung der Wasserentnahmen für die Feldberegnung, Agroforstsysteme, Wassersparen beim Trinkwasser und Erfahrungen aus Dänemark.
Land will regionale Netzwerke ausbauen
Uta Schöneberg, Abteilungsleiterin im Niedersächsischen Umweltministerium, verwies auf die regionalen Arbeitsgruppen und Wasserversorgungskonzepte, die vielerorts bereits entstanden sind. Dieses Netzwerk solle weiter wachsen. Rickmeyer zog das Fazit, dass sich die Probleme nur gemeinsam lösen lassen, über die Grenzen von Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Forst und Verwaltung hinweg. Gute Ansätze gebe es bereits, nun müssten sie in die Fläche getragen werden.


