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Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg erhält mit Vertretern von Stadt und gpaNRW den Prüfbericht

Prüfbericht für Coesfeld: Gute Finanzlage geht zu Ende, 12,2 Millionen Euro jährlich für klimaneutrale Gebäude nötig

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Die Stadt Coesfeld hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet, doch diese Phase ist vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) in ihrem aktuellen Prüfbericht, den sie dem Stadtrat vorgestellt hat. Seit 2025 plant die Stadt mit hohen Fehlbeträgen und muss für ihre Investitionen Kredite aufnehmen. „Der finanzielle Spielraum wird zunehmend enger und erhöht den Druck, den Haushalt zu konsolidieren“, sagte gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar.

Rücklagen tragen den Haushalt noch bis 2028

Noch zehrt Coesfeld von den guten Jahren. Das Eigenkapital liegt deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen, und die Ausgleichsrücklage ist hoch. Damit kann die Stadt die geplanten Defizite bis 2028 rechnerisch auffangen. Die Prüfer sprechen von einem fiktiven Haushaltsausgleich: Die Lücken werden aus dem Ersparten gedeckt, nicht aus laufenden Einnahmen.

Für Investitionen empfiehlt die gpaNRW einheitliche Regeln, wie die Fachdienste Wirtschaftlichkeit und Folgekosten berechnen. Bisher erstellt jede Abteilung diese Untersuchungen selbst. Außerdem soll die Stadt in einer Dienstanweisung festlegen, wie Kredite aufgenommen werden und wer darüber entscheidet.

Klimaschutz-Ziel kaum bezahlbar

Besonders deutlich wird die Lücke beim Klimaschutz. Coesfeld hat sich 2018 vorgenommen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 weitgehend zu senken. Um allein die städtischen Bestandsgebäude klimaneutral zu sanieren, müsste die Stadt nach einer Modellrechnung der gpaNRW bis 2050 im Schnitt rund 12,2 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Die Prüfer raten zu Sanierungsfahrplänen mit klaren Prioritäten und realistischen Zwischenzielen, deren Erreichen regelmäßig überprüft wird.

Bestnoten bei IT und Digitalisierung

Gut schneidet die Verwaltung bei Personal, Organisation und IT ab. Bei der Steuerung der IT und der IT-Sicherheit erzielt Coesfeld laut Bericht Bestwerte unter den Vergleichsstädten und gilt als Vorreiter beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Verbessern soll die Stadt ihr Prozessmanagement, damit Wissen nicht verloren geht, wenn in den kommenden Jahren viele Beschäftigte in Rente gehen.

Die Zahlungsabwicklung kommt mit vergleichsweise wenig Personal aus. Forderungen sollen aber sofort verbucht werden, damit weniger Zahlungen ungeklärt bleiben, und E-Payment soll wie geplant ausgebaut werden. In der Vollstreckung hat die Stadt mit zusätzlichem Personal alte Fälle abgearbeitet.

Ratsarbeit und Krisenvorsorge

Die Kosten für Rat und Ausschüsse liegen leicht unter dem Durchschnitt, die Gremienarbeit ist weitgehend digital. Die gpaNRW empfiehlt, die Voraussetzungen für digitale und hybride Sitzungen zu schaffen, damit der Rat auch in Krisen handlungsfähig bleibt.

Für den Krisenfall hat Coesfeld bereits einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse gebildet und zentrale Gebäude mit Notstrom ausgestattet. Nun soll die Stadt Risiken systematisch erfassen, konkrete Handlungspläne entwickeln und den Krisenstab regelmäßig schulen und üben lassen.

Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg sieht in dem Bericht „an vielen Stellen guten Grund, zufrieden zu sein“, aber auch eine Richtschnur dafür, wo sich die Stadt weiterentwickeln könne. Der vollständige Prüfbericht wird auf gpa.nrw.de veröffentlicht.

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