An der Spitze des internationalen Eishockeys steht wieder ein Deutscher. Der Weltverband IIHF hat Franz Reindl am Freitag zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Auf dem Halbjahreskongress der IIHF auf Teneriffa setzte sich der frühere Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gegen die anderen Kandidaten durch. Reindl folgt auf den Franzosen Luc Tardif, der nach einer Amtszeit nicht wieder angetreten war.
Erster Deutscher an der Spitze seit Günther Sabetzki
Bisher hatte nur ein Deutscher den Weltverband geführt: Günther Sabetzki war von 1975 bis 1994 IIHF-Präsident. Für den DEB kommt die Wahl zu einem passenden Zeitpunkt. 2027 findet die Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz kündigte an, gerade mit Blick auf dieses Turnier eng mit dem neuen Präsidenten zusammenarbeiten zu wollen.
Olympia-Bronze als Spieler, Olympia-Silber als Präsident
Reindl wurde am 24. November 1954 in Garmisch-Partenkirchen geboren. In seiner Zeit als Spieler wurde er dreimal deutscher Meister und kam auf 861 Spiele, 181 davon für die Nationalmannschaft. Er spielte bei neun Weltmeisterschaften, drei Olympischen Winterspielen und einem Canada Cup. Bei den Winterspielen 1976 in Innsbruck holte er mit der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille.
Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn 1988 war er Trainer und Manager beim SC Riessersee. 1991 wechselte er zum DEB. Dort arbeitete er unter anderem als Sportdirektor, Generalsekretär und Geschäftsführer, bevor er von 2014 bis 2022 Präsident des Verbands war. In diese Zeit fiel die olympische Silbermedaille der Nationalmannschaft 2018 in PyeongChang. Außerdem verantwortete Reindl die Organisation der Weltmeisterschaften 2001 und 2010 in Deutschland sowie der WM 2017, die Deutschland gemeinsam mit Frankreich ausrichtete.
Seit 2016 im Council des Weltverbands
Im Weltverband ist Reindl kein Neuling. Seit 2016 gehört er dem IIHF Council an. Von 2016 bis 2021 leitete er das Competition & Coordination Committee, zuletzt war er Vorsitzender des Event & Championship Committee und des Athletes Committee. Von 2018 bis 2022 war er zudem Vizepräsident der Champions Hockey League.

