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Carsten Haueis in Augustin-Fleecejacke vor Lkw und Containern von Augustin Entsorgung

Zu Besuch bei Augustin Entsorgung in Meppen: Wo aus Abfall wieder Rohstoff wird

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Was passiert eigentlich mit dem Container voller Bauschutt, mit dem Sperrmüll nach dem Umzug oder mit den Aktenbergen, die nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist aus dem Büro verschwinden müssen? Im Emsland landet vieles davon bei einem Unternehmen, das seit über 90 Jahren zur Region gehört: Augustin Entsorgung aus Meppen. Carsten Haueis, Leiter Unternehmenskommunikation bei Augustin Entsorgung, hat mich über das Betriebsgelände geführt und mir gezeigt, wie viel Technik, Logistik und Handarbeit in moderner Kreislaufwirtschaft steckt.

Ein Familienunternehmen in vierter Generation

Augustin Entsorgung ist ein Familienunternehmen, das inzwischen in vierter Generation geführt wird. Die Gruppe ist an 16 Standorten in Nordwestdeutschland aktiv und arbeitet für Privatkunden, Gewerbe, Industrie und Kommunen. Ihr Selbstverständnis beschreibt das Unternehmen so: Man fühle sich der Weser-Ems-Region, ihren Menschen und ihrer Umwelt verpflichtet und wolle die Kreislaufwirtschaft der Region nachhaltig prägen.

Das Unternehmen ist dabei deutlich breiter aufgestellt, als der Name vermuten lässt. Zur Gruppe gehören mehrere Geschäftsbereiche:

  • Kreislaufwirtschaft mit Standorten unter anderem in Meppen, Nordhorn, Werlte, Papenburg, Leer und Schortens
  • Altmetalle über die Emsschrott GmbH & Co. KG in Meppen-Hüntel
  • Sonderabfälle mit Standorten in Bremen, Hohenhameln und Herzlake
  • Kanal & Straße in Meppen sowie über Augustin Entsorgung Kassel in Fuldatal

Die Sortieranlage: Hier beginnt das Recycling

Herzstück des Rundgangs war die Sortieranlage. Hier wird angelieferter Abfall aufgetrennt, damit möglichst viele Wertstoffe zurück in den Kreislauf gelangen. Was auf den ersten Blick wie ein bunter Haufen aussieht, wird Schritt für Schritt in verwertbare Fraktionen zerlegt. Genau darin liegt der Kern der Kreislaufwirtschaft: Abfall ist hier kein Endpunkt, sondern der Anfang eines neuen Materialstroms.

Wer über das Gelände geht, bekommt schnell ein Gefühl dafür, welche Mengen hier täglich bewegt werden. Container kommen und gehen, Material wird umgeschlagen, sortiert und für den Weitertransport vorbereitet. Dass das reibungslos funktioniert, ist das Ergebnis eingespielter Abläufe und einer Logistik, die hinter den Kulissen präzise geplant wird.

Projekt Nordrecycling: Papenburg wird zum Entsorgungskompetenzzentrum

Rund 25 Millionen Euro investiert Augustin in den Ausbau des Standorts Papenburg. Eine neue Sortieranlage, nach Angaben des Unternehmens eine der modernsten ihrer Art, ist dort bereits in Betrieb. Derzeit entsteht eine rund 4,5 Hektar große Lagerfläche. Sie soll es möglich machen, Stoffströme unabhängig von der Jahreszeit zu steuern und die Logistik damit verlässlicher zu machen.

Mit dem Hafen und der geplanten Bahnanbindung wird Papenburg zu einem trimodalen Standort: Wertstoffe können dann per Lkw, per Schiff und per Bahn bewegt werden. Damit will Augustin die Grundlage für eine wirtschaftliche und möglichst umweltschonende Wertstofflogistik schaffen, die über die Region hinaus bis nach Europa reicht.

Eigene Schlosserei und ein Fuhrpark, der gepflegt werden will

Ein Entsorgungsbetrieb lebt von seinen Fahrzeugen und Behältern. Entsprechend wichtig ist die Technik im Hintergrund. Die eigene Schlosserei wurde mit neuen Maschinen und neuem Werkzeug ausgestattet. So können Container, Aufbauten und Anlagen im Haus instand gehalten und repariert werden, ohne auf externe Dienstleister warten zu müssen. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass Material und Fahrzeuge schnell wieder im Einsatz sind.

Um den Fuhrpark kümmert sich in Meppen ein Team von derzeit sechs Mitarbeitenden. Sie sorgen dafür, dass die Lkw einsatzbereit sind, Wartungen eingehalten werden und die Flotte im Alltag zuverlässig läuft.

Wenn Rohstoffe Beine bekommen

Ein Thema, das Augustin derzeit beschäftigt, hat mit Recycling zunächst wenig zu tun: Diebstahl. Seit Metalle und andere Rohstoffe immer mehr wert sind, sind sie auch für Diebe interessant geworden. Laut Unternehmen hat das inzwischen neue Dimensionen angenommen. Nachts werden Rohstoffe gestohlen, tagsüber verschwinden ganze Container von ihren Stellplätzen.

Für ein Entsorgungsunternehmen bedeutet das einen doppelten Schaden. Zum einen fehlen die Wertstoffe, die eigentlich zurück in den Kreislauf gehören sollen. Zum anderen fallen gestohlene Container im laufenden Betrieb aus und müssen ersetzt werden. Das Problem betrifft längst nicht nur Augustin. Auch Baustellen, Handwerksbetriebe und Schrotthändler in der Region melden immer wieder Diebstähle. Wer nachts oder zu ungewöhnlichen Zeiten verdächtige Beobachtungen an Containerstellplätzen oder Betriebsgeländen macht, sollte die Polizei informieren.

Gesundes Wachstum braucht Fachkräfte

Beim Rundgang wurde auch deutlich, wo der Schuh drückt: Es gibt unter anderem zu wenige Lkw-Fahrer. Das Problem kennt nahezu die gesamte Logistik- und Entsorgungsbranche, bei Augustin wiegt es aber besonders schwer, weil das Unternehmen gesund wächst. Mehr Aufträge, mehr Standorte und neue Logistikwege wie in Papenburg brauchen Menschen, die sie mit Leben füllen. Augustin ist deshalb auf Nachwuchs und Fachkräfte angewiesen, am Steuer ebenso wie in der Werkstatt, in der Anlage und im Büro.

Das Unternehmen setzt dabei stark auf die eigene Ausbildung. Augustin bildet in 13 Berufen aus und bietet einen dualen Studiengang an. In diesem Jahr sind 26 neue Auszubildende und dual Studierende gestartet. Wie Augustin Nachwuchs gewinnt und worauf es dabei ankommt, hat Michael Heidtmann, Leiter Personal der Augustin Entsorgung Holding, im Interview mit regionalupdate.de erklärt: Ausbildung bei Augustin Entsorgung.

Mehr als Container: Das Leistungsspektrum

Viele kennen Augustin vor allem vom Containerdienst. Das Angebot reicht aber deutlich weiter:

  • Containerdienst für Bauschutt, Baumischabfall, Grünabfall, Sperrmüll, Restmüll, Bodenaushub, Papier und Altholz in allen Klassen. Die Behälter reichen vom 3-Kubikmeter-Absetzcontainer bis zum 40-Kubikmeter-Abrollcontainer. Bestellt wird online in drei Schritten oder telefonisch, Transport und Entsorgung sind im Preis enthalten.
  • Gewerbeabfallentsorgung mit passenden Behältersystemen und digitalem Abfallmanagement für Betriebe und Industrie.
  • Mobile Toiletten über den AUMI Miet-WC-Service, vom Baustellen-WC über das Party-WC bis zum barrierefreien WC und zum Sanitärcontainer.
  • Akten- und Datenträgervernichtung in eigener Anlage nach DIN 66399. Seit 2020 ist Augustin Partner von MAMMUT Deutschland, einem Verbund aus neun inhabergeführten Entsorgungsbetrieben. Unternehmen können so ihre Aktenvernichtung bundesweit über einen Ansprechpartner organisieren.
  • Schüttgüter wie Füllsand, Mutterboden sowie Recycling-Brechsand und Recycling-Schotter, erhältlich im Raum Papenburg und Leer.
  • Kommunale Entsorgung mit dem Betrieb von Recyclinghöfen. Für die Wertstoffhöfe im Emsland stellt Augustin das Personal.

Fazit: Kreislaufwirtschaft zum Anfassen

Die Besichtigung hat gezeigt, dass Entsorgung heute ein hochtechnisches und logistisch anspruchsvolles Geschäft ist. Augustin investiert in Anlagen, Werkstatt und neue Transportwege und wächst dabei aus der Region heraus. Die größte Herausforderung liegt weniger bei der Technik als bei den Menschen, die sie bedienen. Wer einen sicheren Arbeitsplatz in einem wachsenden Familienunternehmen im Emsland sucht, ob als Berufskraftfahrer, in der Werkstatt oder als Auszubildender, findet bei Augustin gute Perspektiven.

Kontakt

Augustin Entsorgung, Meppen
Service-Hotline: 05931 98760 (Mo bis Fr, 8 bis 17 Uhr)
Web: www.augustin-entsorgung.de
Containerdienst online: shop.augustin-entsorgung.de

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