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Wirtschaftsteil einer Tageszeitung mit Kurvendiagramm

IHK-Konjunkturumfrage: So wenige Betriebe wie nie investieren in Wachstum

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Die Wirtschaft in Osnabrück, im Emsland und in der Grafschaft Bentheim tritt auf der Stelle. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim steht im dritten Quartal 2026 wie schon im Vorquartal bei 86,4 Punkten. Das hat die Kammer am Freitag, 9. Oktober 2026, mitgeteilt. Der langjährige Durchschnitt liegt laut IHK-Grafik bei knapp 95 Punkten, die Marke von 100 steht für ein Gleichgewicht aus positiven und negativen Antworten.

Investiert wird nur noch, um den Bestand zu halten

Am deutlichsten zeigt sich die Zurückhaltung bei den Investitionen. Nur noch 17 Prozent der befragten Unternehmen wollen Geld in zusätzliche Kapazitäten stecken, vier Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Einen niedrigeren Wert hat die IHK seit Beginn dieser Zeitreihe im Jahr 2011 nicht gemessen. Das meiste Geld fließt in Ersatz für Maschinen und Anlagen, die ohnehin erneuert werden müssen. Hauptgeschäftsführer Marco Graf spricht von einem Warnsignal: Die Betriebe sicherten vor allem ihre bestehenden Strukturen.

Die Investitionspläne insgesamt haben sich zwar leicht verbessert, der Saldo aus Betrieben mit steigenden und sinkenden Budgets bleibt mit minus 13 Punkten aber negativ. Bei der Beschäftigung liegt er bei minus 16 Punkten, es planen also deutlich mehr Unternehmen mit weniger als mit mehr Personal.

Lage schlechter, Erwartungen etwas besser

Die aktuelle Geschäftslage hat sich gegenüber dem Frühjahr erneut verschlechtert. Beim Blick nach vorn sind die Unternehmen etwas weniger pessimistisch als zuletzt, doch auch hier überwiegen die skeptischen Stimmen: Der Erwartungssaldo liegt bei minus 19 Punkten. Einen nachhaltigen Aufschwung sieht Graf nicht. Stabil bleiben die Exporterwartungen mit einem Saldo von plus neun Punkten, zusätzlichen Schwung bringen sie aber nicht.

Energiepreise wieder das größte Risiko

Im Schnitt nennen die Betriebe 3,4 von acht abgefragten Geschäftsrisiken, langfristig sind es 2,8. Ganz oben stehen wieder die Energie- und Rohstoffpreise, die 77 Prozent der Unternehmen als Risiko angeben. Das ist laut IHK der höchste Wert seit Anfang 2023. Es folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 65 Prozent, die Arbeitskosten mit 63 Prozent und die schwache Nachfrage im Inland mit 60 Prozent. Der Fachkräftemangel, vor drei Jahren zeitweise von fast sieben von zehn Betrieben genannt, spielt aktuell eine deutlich kleinere Rolle.

Bau robust, Industrie rutscht ab, Einzelhandel erholt sich

Zwischen den Branchen gehen die Werte auseinander. Die Bauwirtschaft liegt als einziger Bereich knapp über der 100-Punkte-Marke, auch die Dienstleister stehen vergleichsweise gut da. In der Industrie hat sich die Stimmung dagegen eingetrübt: Ihr Klimaindex ist nach der IHK-Grafik von gut 90 auf rund 84 Punkte gefallen. Der Handel bleibt das Schlusslicht, obwohl sich vor allem der Einzelhandel vom Tiefpunkt im Frühjahr erholt hat. Sein Index hat sich etwa verdoppelt, liegt mit gut 50 Punkten aber weit unter allen anderen Branchen.

Im Bezirk der benachbarten IHK für Ostfriesland und Papenburg verläuft die Entwicklung anders: Dort zieht die Industrie deutlich an, wie die Umfrage der Kammer in Emden zeigt. Die Ergebnisse der Osnabrücker Kammer aus dem Sommer stehen hier.

Was die Kammer von der Politik erwartet

Die IHK fordert, den angekündigten Reformkurs fortzusetzen und noch in diesem Herbst spürbare Entlastungen zu beschließen. Die Betriebe wollten investieren und Arbeitsplätze sichern, bräuchten dafür aber verlässliche Bedingungen, so Graf.

Ansprechpartner bei der IHK ist Christian Weßling, Telefon 0541 353-135, E-Mail [email protected].

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