Wer auf einem Festival vor der Bühne steht, sieht Licht, Ton und Bühnenbau, aber selten die Menschen, die das alles aufgebaut haben. Genau das will der Verein Headbang Handwerk ändern. Sein großes Ziel für 2027: ein eigener Stand auf dem Wacken Open Air, auf dem Handwerksberufe zum Anfassen gezeigt werden.
Die Idee kam in einer Expertenrunde
Angestoßen hat das Projekt Daniel Bigl, Berater für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer für Ostfriesland in Aurich. Vor rund zwei Jahren warf der gelernte Schlosser und Maschinenbauingenieur bei einem Netzwerktreffen den Gedanken in die Runde, das Handwerk auf dem Festival in Wacken zu präsentieren. Sein Argument: Bei jeder Großveranstaltung arbeiten Elektroniker, Anlagenmechaniker, Gerüstbauer, Veranstaltungstechniker, Friseure, Bäcker und Brauer hinter den Kulissen. Viele Branchen werben auf Festivals längst um Kundschaft, warum also nicht auch das Handwerk um Nachwuchs?
Aus einer Kooperationsgruppe mit Handwerksorganisationen, Bildungseinrichtungen und Partnern aus ganz Deutschland wurde am 1. Juni 2026 ein Verein. Acht Gründungsmitglieder kamen dazu in Oldenburg zusammen. Sitz des gemeinnützigen Vereins ist Wardenburg. Zum Vorstand gehören neben Bigl Melanie Stephan, Bereichsleiterin für Digitale Lernmedien am Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg, und BFE-Dozent Ramon Meyer.
Wacken-Mitbegründer ist Mitglied
Inzwischen zählt Headbang Handwerk nach eigenen Angaben rund 35 Mitglieder. Darunter ist auch Holger Hübner, einer der Gründer des Wacken Open Air. Beim Festival 2026 bekamen Vereinsmitglieder bei einer Backstage-Tour Einblick in Logistik und Aufbau der Großveranstaltung.
Mitmachen statt Flyer verteilen
Statt klassischer Infostände plant der Verein modulare Stände, an denen Besucher selbst Hand anlegen, neue Technik ausprobieren und mit Handwerkern ins Gespräch kommen. Den Anfang machen Metal- und Rockfestivals. Was dort funktioniert, soll später auf andere Veranstaltungen und Regionen übertragen werden.
Ein erster Test des Standkonzepts ist im März auf der Internationalen Handwerksmesse in München geplant. Anfang Juni folgt das Free for All Festival in Stapelmoor bei Weener, auch das Rockharz Open Air in Ballenstedt hat Interesse signalisiert. Für Wacken Anfang August rechnet der Verein mit 75 Quadratmetern Standfläche, eine Erweiterung auf bis zu 200 Quadratmeter ist möglich. Bigl träumt von einem kleinen Handwerkerdorf auf dem Festivalgelände, ob das klappt, sollen die kommenden Monate zeigen.
Mitglied werden kann jeder
Beitreten können alle, die sich dem Handwerk verbunden fühlen und das Projekt unterstützen wollen. Informationen gibt es unter www.headbang-handwerk.com.

