Vom 5. November bis voraussichtlich 15. Dezember können freilebende Hauskatzen in Niedersachsen wieder kostenlos kastriert werden. Für die landesweite Aktion stehen in diesem Jahr mehr als 200.000 Euro bereit. Wer mitmachen will, sollte früh dran sein: Wie in den Vorjahren könnte das Geld schnell aufgebraucht sein.
Wer das Angebot nutzen kann
Die Aktion richtet sich nicht an Katzenhalter, sondern an alle, die sich um Streunerkatzen kümmern: Tierschutzvereine, Tierheime sowie ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer von Futterstellen. Sie können die Tiere in teilnehmenden Tierarztpraxen kastrieren lassen, ohne dass Kosten anfallen. Praxen, die sich beteiligen möchten, bekommen in Kürze weitere Informationen. Organisiert wird die Aktion vom Landestierschutzverband Niedersachsen im Deutschen Tierschutzbund.
Land und Tierschutzorganisationen legen zusammen
Knapp 70.000 Euro kommen vom Land. Den Rest steuern der Landestierschutzverband, der Deutsche Tierschutzbund, der Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine, der Bund gegen Missbrauch der Tiere, TASSO, Vier Pfoten und ein weiterer Mitgliedsverein bei. In den vergangenen acht Jahren sind bei den landesweiten Aktionen rund 21.000 Streunerkatzen kastriert worden.
Warum Halter von Freigängern gefragt sind
Ein großer Teil des Problems kommt aus privaten Haushalten: Unkastrierte Freigänger vermehren sich mit streunenden Tieren und lassen die Population weiter wachsen. Landwirtschafts-Staatssekretärin Frauke Patzke appelliert deshalb an Halterinnen und Halter, ihre Katze schon vor dem ersten Freigang kastrieren zu lassen. Die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting geht weiter: Ohne eine landesweite Pflicht zur Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Freigängerkatzen sei der Kampf gegen das Katzenelend kaum zu gewinnen.
Eine solche Katzenverordnung ist in Arbeit. Der Entwurf wird derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt.
Ohne Hilfe drohen Krankheit und Hunger
Streunerkatzen bleiben Hauskatzen, auch wenn sie den Kontakt zum Menschen verloren haben. Ohne Versorgung leiden viele unter Mangelernährung, Würmern, Flöhen und Milben oder erkranken an Katzenschnupfen und Katzenleukose, oft mit tödlichem Ausgang. Für Freigänger aus der Nachbarschaft können sie dabei selbst zur Ansteckungsquelle werden.
Fragen beantworten der Landestierschutzverband unter [email protected] und das Tierschutz-Referat des Landwirtschaftsministeriums unter [email protected].

