Auf 90 festen Untersuchungsflächen verfolgt Niedersachsen seit 35 Jahren, wie sich seine Böden verändern. Eines der deutlichsten Ergebnisse: Die Belastung mit dem früheren Insektizid DDT ist im Durchschnitt um 95 Prozent gesunken, verglichen mit der ersten Messung vor knapp 30 Jahren. Auf einigen Ackerflächen nimmt dagegen der Humusgehalt ab. Das Jubiläum des Programms hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am Mittwoch, 28. Oktober 2026, mit einer Fachtagung im Geozentrum Hannover begangen, zu der rund 200 Gäste kamen.
Altlasten bauen sich ab
Beim DDT zeigen die Messreihen zweierlei. Seit dem Anwendungsverbot gelangt kein neues DDT mehr in den Boden, und die vorhandenen Rückstände werden biologisch und chemisch abgebaut. Ähnlich sieht es beim Insektizid Lindan aus, das vor allem in Wäldern noch bis 2003 gegen Baumschädlinge eingesetzt wurde.
Warum schwindender Humus ein Problem ist
Sinkt der Humusgehalt, leidet die Fruchtbarkeit des Bodens, und es kann zusätzlich Kohlendioxid freigesetzt werden. Die Ursache liegt nach Angaben des LBEG nicht immer in zu geringer Humuszufuhr durch die Landwirtschaft. Bei Böden, die vom Grundwasser beeinflusst sind, kann auch ein gesunkener Wasserstand dahinterstecken. Das Programm erhebt Daten zu beiden Faktoren, sodass sich die Ursachen eingrenzen lassen.
LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier sieht den Wert der Daten vor allem darin, Veränderungen früh genug zu erkennen, um rechtzeitig gegensteuern zu können.
70.000 Proben, mehr als eine Million Analysen
70 der Flächen werden landwirtschaftlich genutzt, 20 forstwirtschaftlich. Untersucht werden unter anderem Nähr- und Schadstoffgehalte sowie die Folgen von Klima und Landnutzung, Entwicklungen, die sich oft erst über viele Jahre zeigen. Seit dem Start des Programms haben die Fachleute gut 70.000 Proben von Boden, Bodenwasser, Pflanzen und Düngemitteln genommen und mehr als eine Million Analysen ausgewertet. Neben dem LBEG beteiligen sich die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der NLWKN und zahlreiche Landwirte, die ihre Flächen zur Verfügung stellen.
Die Erfahrungen der Länder sollen nun in die Umsetzung der 2025 beschlossenen EU-Richtlinie zum Bodenmonitoring in Deutschland einfließen. Auf der Tagung ging es außerdem um Düngung, Kohlenstoff im Boden, Artenvielfalt, Erosion und Flächenverbrauch. Vorgestellt wurde auch der neue Bodenfeuchte-Informationsdienst des Landes (NIBOFID), der tagesaktuelle Werte liefert.
Mehr zum Programm bietet das LBEG auf seiner Themenseite zur Boden-Dauerbeobachtung.

