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Ein Mann bearbeitet in einer Werkstatt ein Metallteil mit einem Winkelschleifer, Funken sprühen

Ausbildungsbilanz 2025/2026: Handwerk hält das Niveau, im Emsland mehr IHK-Lehrverträge

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Das Ausbildungsjahr 2025/2026 ist am 30. September zu Ende gegangen, und im Emsland und in der Grafschaft Bentheim fällt die Bilanz stabiler aus als im Land. Das zeigen die Zahlen, die die Agentur für Arbeit Nordhorn am 30. Oktober 2026 gemeinsam mit der IHK, der Handwerkskammer und den Jobcentern beider Landkreise vorgelegt hat.

Wer jetzt noch sucht, hat weiter Chancen

Betriebe verschiedener Branchen bieten nach Angaben der IHK noch freie Ausbildungsplätze an. In den vergangenen Jahren wurden bis zum Jahresende jeweils noch zahlreiche Verträge eingetragen. Offene Lehrstellen listet die IHK auf ihrem Portal meine-ausbildung-in-niedersachsen.de, außerdem die Jobsuche der Bundesagentur auf arbeitsagentur.de. Ansprechpartner für die Berufsberatung ist die Agentur für Arbeit Nordhorn.

Weniger Stellen, etwas weniger Bewerber

Bei der Agentur für Arbeit Nordhorn wurden 7,1 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber sank mit 2,3 Prozent weniger stark. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ging um mehr als 61 Prozent zurück.

Oft passten Berufswünsche, Vorstellungen von der dualen Ausbildung und die Fähigkeiten der Jugendlichen nicht zu den angebotenen Stellen, so die Agentur. Reinhard Greß, Geschäftsführer Operativ, sieht deshalb die Berufsorientierung als Schlüssel: Nur mit Beratung und Praxiserfahrung fänden junge Leute den passenden Beruf, und nur so ließen sich Abbrüche vermeiden. Er wirbt bei den Betrieben dafür, auch Bewerbern eine Chance zu geben, die nicht dem Idealprofil entsprechen, und verweist auf Förderinstrumente wie die Assistierte Ausbildung und die Einstiegsqualifizierung.

IHK: Emsland im Plus, Grafschaft knapp darüber

In der gesamten IHK-Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim wurden bis zum 30. September 3.658 neue Ausbildungsverträge eingetragen, 131 oder 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Niedersachsenweit lag das Minus bei 6,5 Prozent.

Im Emsland kamen 23 Verträge hinzu, ein Plus von 1,9 Prozent. Getragen wurde das vom gewerblich-technischen Bereich mit 42 zusätzlichen Verträgen, vor allem im Baugewerbe und in der Elektrotechnik. Kaufmännische Berufe verloren 19 Verträge, besonders bei den Industriekaufleuten und im Handel. In der Grafschaft Bentheim lief es umgekehrt: Kaufmännisch gab es 35 Verträge mehr, vor allem in Handel und Gastgewerbe, gewerblich-technisch 33 weniger, am stärksten in der Metalltechnik. Unterm Strich stehen dort zwei Verträge mehr als im Vorjahr.

Beliebtester IHK-Beruf im Agenturbezirk sind die Industriekaufleute. Dahinter folgen Verkäuferin und Verkäufer, Kaufleute für Büromanagement, Kaufleute im Einzelhandel und die Fachkraft für Lagerlogistik. Als einen Grund für sinkende Zahlen nennt Juliane Hünefeld-Linkermann, Leiterin Aus- und Weiterbildung bei der IHK, die Demografie: Zwischen 2015 und 2025 ging die Zahl der Schulabgänger allgemeinbildender Schulen in der Region um fast zehn Prozent zurück.

Handwerk: 1.239 neue Lehrverträge im Agenturbezirk

Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zählte zum 30. September im gesamten Kammerbezirk 2.498 neue Ausbildungsverträge, 25 mehr als im Vorjahr. Im Agenturbezirk Nordhorn waren es 1.239 und damit sechs weniger. Davon entfallen 941 auf das Emsland (minus 0,9 Prozent) und 298 auf die Grafschaft Bentheim (plus 1,0 Prozent).

Dr. Goran Miladinovic, Fachbereichsleiter Berufsbildung der Kammer, sieht praktische Fähigkeiten durch künstliche Intelligenz aufgewertet. Wenn Maschinen immer mehr geistige Routine übernähmen, gewännen handwerkliches Können, Berufserfahrung und die Fähigkeit, Probleme vor Ort zu lösen, an Gewicht.

Jobcenter: Viele bleiben lieber noch in der Schule

Das Jobcenter Emsland hat etwas weniger junge Menschen in Ausbildung vermittelt als im Vorjahr und führt das auf die sinkende Zahl von Bürgergeldbeziehenden zurück. Bei jungen Geflüchteten blieb die Zahl der Vermittlungen stabil. Viele ausbildungsreife Jugendliche hätten sich in diesem Jahr allerdings für einen weiteren Schulbesuch entschieden, berichtet das Jobcenter. Betriebe stellten zunehmend auch Altbewerber und junge Menschen mit mehr Unterstützungsbedarf ein, Einstiegsqualifizierungen seien weiter stark gefragt.

Das Grafschafter Jobcenter meldet leicht gestiegene Vermittlungszahlen. Es verweist auf die Jugendberufsagentur, in der Agentur für Arbeit, Jugendamt, berufsbildende Schulen, Kammern und Jobcenter junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren gemeinsam auf dem Weg in den Beruf begleiten.

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