Die Herbstbelebung bleibt schwach: Im Oktober 2026 waren in Deutschland 2.955.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 40.000 weniger als im September, aber 44.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent. Rechnet man die üblichen Schwankungen der Jahreszeit heraus, stieg die Arbeitslosigkeit sogar um 4.000. Das hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 30. Oktober 2026 in Nürnberg mitgeteilt. Am selben Tag legte sie die Bilanz des Ausbildungsjahres vor, und die fällt für junge Leute so schlecht aus wie lange nicht.
Nur 40 Prozent der Bewerber haben eine Lehrstelle
Von Oktober 2025 bis September 2026 meldeten Betriebe der BA 453.000 Ausbildungsplätze, 31.000 weniger als im Jahr davor. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber stieg dagegen leicht auf 447.000. Rechnerisch kamen damit 99 Bewerber auf 100 betriebliche Stellen, im Vorjahr waren es 92.
Nur 179.000 der gemeldeten Bewerber haben bis Ende September tatsächlich eine Ausbildung begonnen, 12.000 weniger als 2025. Das sind 40 Prozent, der niedrigste Anteil seit der Wiedervereinigung. 46.000 junge Menschen standen am 30. September ohne Ausbildungsplatz und ohne Alternative da, 6.000 mehr als vor einem Jahr. Weitere 47.000 sind zwar etwa weiter zur Schule gegangen, suchen aber nach wie vor eine Lehrstelle. 17 Prozent wichen auf Schule, Praktikum oder Studium aus, 8 Prozent nahmen eine Arbeit auf, 5 Prozent meldeten sich arbeitslos. Bei 14 Prozent weiß die BA nicht, wo sie geblieben sind.
Zugleich blieben bundesweit 48.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, 8.000 weniger als im Vorjahr. Schwer zu besetzen waren vor allem Lebensmittelberufe, Bau und baunahe Berufe, Gastronomie, Metallberufe und Berufskraftfahrer. BA-Chefin Andrea Nahles sprach von großen Passungsproblemen: Angebot und Nachfrage passten nach Beruf und Region oft nicht zusammen.
Wer noch sucht
Die Vermittlung läuft bis zum Jahresende weiter. Erfahrungsgemäß werden in den kommenden Wochen noch Stellen frei, außerdem gibt es Einstiegsqualifizierungen, außerbetriebliche Ausbildungsplätze und berufsvorbereitende Maßnahmen. Ansprechpartner ist die Berufsberatung der örtlichen Agentur für Arbeit oder des Jobcenters.
Mehr Menschen mit Arbeitslosengeld
1.065.000 Menschen bezogen im Oktober nach Hochrechnung der BA Arbeitslosengeld, 88.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten sank dagegen um 172.000 auf 3.659.000, das sind 6,8 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen in Fördermaßnahmen zählt, lag bei 3.592.000 und damit 28.000 über dem Vorjahr.
Bei der BA waren 654.000 offene Stellen gemeldet, 31.000 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenindex BA-X, der die Nachfrage nach Personal abbildet, sank um einen Punkt auf 102. Vom 1. bis 26. Oktober zeigten Betriebe für 22.000 Beschäftigte Kurzarbeit an. Sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren im August 34,87 Millionen Menschen, 45.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Die Region steht besser da
Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim liegt die Arbeitslosenquote mit 3,4 Prozent nur gut halb so hoch wie im Bund, die Zahl der Arbeitslosen ist niedriger als vor einem Jahr. Die Oktoberzahlen für den Agenturbezirk Nordhorn und die Ausbildungsbilanz für Emsland und Grafschaft stehen in eigenen Beiträgen, ebenso die Bilanz für Cloppenburg und Vechta. Ausführliche Tabellen veröffentlicht die Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

