Die Technik streikt, der Zeitplan rutscht, ein Podiumsgast sagt eine Stunde vorher ab. In solchen Minuten entscheidet sich, ob eine Veranstaltung trägt oder kippt. Und meistens hängt es dann an einer einzigen Person: der am Mikrofon.
Mario Schmidt ist diese Person seit mehr als 30 Jahren. Der Wirtschafts- und Eventmoderator aus Berlin und Brandenburg hat 1994 beim Sender BB Radio angefangen und führt heute durch Kongresse, Fachforen, Galas und Talkrunden. Im Interview erklärt er, warum Moderationskarten keinen Abend retten, was er in den Gesichtern im Saal liest und warum Veranstalter ihn früher ins Boot holen sollten, als die meisten es tun.
Vom Radiomikrofon auf die großen Bühnen
Herr Schmidt, beschreiben Sie Ihren Moderationsstil in drei Worten.
Präsent, empathisch, verbindend.
Wie sind Sie zur Moderation gekommen?
Das Mikrofon hatte ich schon in der Hand, bevor ich 1994 bei BB Radio angefangen habe. Mich hat immer fasziniert, was passiert, wenn man einen Raum voller Menschen für einen Moment zusammenbringt. Diese Energie hat mich bis heute nicht losgelassen.
„Wer nur abliest, verwaltet das Programm“
Durch ein Programm führen kann fast jeder. Was unterscheidet einen guten Moderator?
Ein guter Moderator hört zu. Er spürt, wie der Saal gerade drauf ist, und reagiert darauf. Wer nur die Moderationskarten abliest, verwaltet das Programm. Wer zuhört, gestaltet den Abend.
Auf welchen Bühnen stehen Sie am liebsten?
Am liebsten bei Wirtschaftsevents: Kongresse, Fachforen, Galas und Talkrunden. Dort treffen spannende Menschen und Themen aufeinander, gerade aktuell rund um KI. Mein Job ist es, daraus echte Gespräche zu machen, die beim Publikum hängen bleiben.
„Wer nur die Moderationskarten abliest, verwaltet das Programm. Wer zuhört, gestaltet den Abend.“
Ohne Plan B geht er nicht auf die Bühne
Was passiert, bevor Sie die Bühne betreten?
Zuerst spreche ich ausführlich mit dem Veranstalter: Was ist das Ziel, wer sitzt im Publikum, was soll am Ende hängen bleiben? Dann beschäftige ich mich mit den Gästen und Themen, damit ich auf der Bühne auf Augenhöhe nachfragen kann. Und ich plane immer einen Plan B ein, denn live läuft selten alles nach Skript.
Was macht Ihnen an dem Beruf am meisten Spaß, und wo wird es schwierig?
Am meisten Spaß macht mir der Moment, in dem der Funke überspringt und der Saal mitgeht. Herausforderungen sind Technikpannen, verschobene Zeitpläne oder Gäste, die plötzlich nicht kommen. Dann merkt man, ob ein Moderator wirklich Erfahrung hat.
Gesichter lesen statt Karten ablesen
Welcher Moment ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Die Verleihung des Deutschen Netzwerk Awards. Mit dem Premium Leaders Club wurden wir als „Bestes Netzwerk Deutschland“ ausgezeichnet, und ich durfte die Trophäe persönlich entgegennehmen. Da stand ich mal auf der anderen Seite des Mikrofons.
Wie nehmen Sie ein Publikum emotional mit?
Durch echtes Interesse an den Menschen. Als zertifizierter Mimikresonanz-Master achte ich sehr auf Gesichter und Reaktionen im Saal. So merke ich früh, wann ich das Tempo ändern, eine Frage nachschieben oder für einen Lacher sorgen sollte.
Was Veranstalter früh klären sollten
In der Wirtschaft zählen Fakten. Wie wichtig ist da die Persönlichkeit des Moderators?
Sehr wichtig. Fachwissen bringen die Experten auf der Bühne mit. Der Moderator sorgt dafür, dass man ihnen gern zuhört. Gerade im Business-Kontext schafft eine sympathische, verbindliche Art Vertrauen. Darüber halte ich auch meine Keynote „Präsenz wirkt“.
Was raten Sie Unternehmen, die gerade eine Veranstaltung planen?
Sprecht früh mit eurem Moderator und bezieht ihn in die Planung ein. Dann wird er Teil des Teams und nicht nur die Stimme am Mikrofon. Und plant genug Luft im Ablauf ein. Die besten Momente entstehen oft dann, wenn nicht alles durchgetaktet ist.
Warum der Moderator früher in die Planung gehört
Viele Unternehmen buchen den Moderator, wenn Saal, Catering und Redner längst feststehen. Mario Schmidts Erfahrung spricht für die umgekehrte Reihenfolge. Wer früh mit dem Moderator über Ziel, Publikum und Ablauf spricht, bekommt jemanden, der die Dramaturgie mitdenkt und auf der Bühne auf Augenhöhe nachfragen kann.
Zwei Punkte aus dem Gespräch lassen sich direkt auf die nächste Firmenfeier, den Jahresauftakt oder das Kundenforum übertragen: Ein Ablauf braucht Luft statt eines Takts im Minutenraster, und es braucht einen Plan B für Technik, Zeit und Gäste. Ein Moderator, der zuhört und den Saal liest, macht aus einem Programm einen Abend, über den die Gäste hinterher noch sprechen.

Zur Person
Mario Schmidt ist Wirtschafts- und Eventmoderator aus Berlin und Brandenburg. Seine Laufbahn begann 1994 beim Sender BB Radio, seitdem steht er auf Bühnen, im Radio und im Fernsehen. Er ist zertifizierter Mimikresonanz-Master und hält die Keynote „Präsenz wirkt“. Mit dem Premium Leaders Club nahm er den Deutschen Netzwerk Award für das „Beste Netzwerk Deutschland“ entgegen.
Häufige Fragen zur Eventmoderation
Was unterscheidet einen guten Moderator von einem, der nur durchs Programm führt?
Ein guter Moderator hört zu und reagiert auf die Stimmung im Saal. Wer nur Karten abliest, verwaltet das Programm, statt den Abend zu gestalten.
Wann sollten Unternehmen einen Moderator in die Planung einbeziehen?
So früh wie möglich. Dann kann er Ziel, Publikum und Ablauf mitdenken und wird Teil des Teams statt nur die Stimme am Mikrofon.
Wie bereitet sich ein Moderator auf eine Veranstaltung vor?
Mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Veranstalter, der Einarbeitung in Gäste und Themen und einem Plan B für Technikpannen, Verschiebungen oder Absagen.
Warum ist Persönlichkeit bei Business-Veranstaltungen so wichtig?
Das Fachwissen bringen die Experten mit. Der Moderator sorgt dafür, dass man ihnen gern zuhört, und schafft mit einer verbindlichen Art Vertrauen im Saal.
Was Veranstalter aus der Region wissen sollten
Moderiert Mario Schmidt nur in Berlin und Brandenburg? Nein. Er ist national und international im Einsatz und hat angekündigt, gern auch ins Emsland zu kommen. Auf die Größe kommt es dabei nicht an: Er steht vor 50 Gästen ebenso auf der Bühne wie vor 15.000. Damit passt ein Profi nicht nur zur großen Gala, sondern auch zum Kundenforum, zur Jubiläumsfeier oder zum Jahresauftakt eines mittelständischen Betriebs.
Was ein Moderator kostet, hängt vom Umfang ab, etwa von Dauer, Vorbereitung und Anreise. Entscheidender ist der Zeitpunkt der Anfrage. Wer den Moderator früh einbindet, bekommt jemanden, der Ziel, Publikum und Ablauf mitdenkt, statt nur fertige Karten vorzulesen. Gerade in der Saison der Weihnachtsfeiern und Jahresabschlüsse lohnt es sich deshalb, nicht bis kurz vor dem Termin zu warten.

