Berufsunfähigkeit nach Krebs: Für Sabine wurde das 2022 von einer fernen Möglichkeit zur Wirklichkeit. Die kaufmännische Angestellte stand voll im Berufsleben, war sportlich aktiv und hatte ihre Familie um sich, Ehemann, Kinder und Enkelkinder, als im November 2022 die Diagnose Lungenkrebs kam.
Wir haben Sabine schriftlich gefragt, wie sie die Jahre seitdem erlebt hat und was ihr in dieser Zeit geholfen hat. Ihre Antworten zitieren wir wörtlich.
Ein Zufallsbefund verändert alles
Entdeckt wurde der Krebs bei einer gründlichen weiteren Untersuchung, ihre damalige Ärztin sprach von einem Zufallsbefund. „Zuerst konnte ich es nicht glauben“, sagt Sabine. Die Ärztin gab ihr einen Rat mit: „Es ist nicht Ihr Todesurteil, geben Sie nicht auf und bleiben Sie dran.“
„Die Zeit nach der Diagnose habe ich wie in Trance erlebt“, erinnert sich Sabine. Es folgten Untersuchungen, MRT, CT, PET und Gewebeproben, im Dezember dann die große Operation, bei der ihr die 2 rechten großen Lungenlappen und Lymphknoten entfernt wurden. Besuch gab es kaum, es war noch Corona-Zeit. Die Chemotherapie vertrug sie nicht, stattdessen wurde eine Immuntherapie eingeleitet.
„Der Alltag hat sich nur noch um Klinik, Arzt, Blutentnahme und Therapien gedreht. Es war nichts mehr wie es war. Ich konnte keine Hobbys oder sportlichen Aktivitäten mehr machen, keine Konzentration, mein Gedächtnis war wie ein Sieb. Ich konnte froh sein, dass ich laufen konnte.“
An Arbeit war in dieser Phase nicht zu denken. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine große Hoffnung, wieder arbeiten zu gehen.“
Berufsunfähigkeit nach Krebs: die Absicherung aus dem Betrieb
Finanziell half Sabine eine Entscheidung, die sie Anfang 2021 getroffen hatte. In ihrem Betrieb wurde damals gefragt, ob Interesse an einer Berufsunfähigkeitsversicherung besteht. „Ich habe mich dazu entschieden, dachte, kann ja nicht schaden. Im Moment bin ich gesund, sollte ich sie nicht gebrauchen, umso besser.“ Ihrem Arbeitgeber ist sie dafür bis heute dankbar: „Für die soziale Einstellung meines Arbeitgebers bin ich heute noch sehr dankbar, dass er diese Vorsorge, die BU-Versicherung, für mich und die Belegschaft eingeführt hat.“
Nach der Diagnose erinnerte sie sich an die Police. Beim Durchlesen stieß sie auf den Namen Thomas Querl und rief ihn sofort an. „Herr Querl hat sich alles angehört und mir versichert, dass er sich darum kümmern wird. Gesagt, getan: Herr Querl hat alles in die Wege geleitet und den Fall eröffnet.“
Ihre Sorgen in dieser Zeit fasst Sabine in 2 Fragen zusammen: „Greift die Versicherung? Welche Voraussetzungen braucht es?“ Es seien sehr viele Anforderungen gewesen, die erfüllt werden mussten. Geholfen habe ihr, dass Querl telefonisch nachfragte, wie es ihr geht und wie er sie unterstützen kann. „Herr Querl war sehr empathisch und das hat mir geholfen.“ Ihr Wort dafür: „Zuhören“.
Die Versicherung glich den Ausfall ihres Gehalts aus. „Finanziell hat mir die Versicherung schon sehr geholfen“, sagt Sabine. „Es war eine Durststrecke mit nur Krankengeld.“
Doch es kam anders
2024 wollte Sabine langsam ins Berufsleben zurückkehren. „Doch es kam anders.“ Eine Knochenmetastase in der Hüfte brachte sie wieder in die Klinik, es folgten Bestrahlung und monatliche Infusionen. Noch 2024 wurde sie ausgesteuert und verrentet.
„Kümmert Euch“: Sabines Rat an andere
„Der Alltag sieht heute ganz anders aus“, sagt Sabine. Halt geben ihr Familie und Freunde. Struktur schafft sie mit täglichen Aktivitäten, mit Spazierengehen, Ergotherapie und schönen Dingen. Ihr Motto: „Positives Denken, nicht aufgeben und dran, das hilft!“
Allen, die das Thema Absicherung vor sich herschieben, gibt sie mit: „Wenn alles gut ist, denkt man nicht an Krankheit oder Unfall.“ Sie selbst ist froh, die BU-Versicherung abgeschlossen zu haben. „Kümmert Euch, es kostet nicht die Welt, aber es hilft, wenn es nicht mehr so läuft.“
„Bis jetzt geht’s mir den Umständen entsprechend gut“, sagt Sabine. Und sie hat einen Satz, der wie ein Leitspruch klingt: „Stolpern, aufstehen, Krone richten, weitergehen.“
Was Sabines Geschichte zeigt
Sabines Geschichte zeigt, wie schnell sich ein Leben voller Arbeit, Familie und Sport verändern kann und was eine Absicherung wert ist, die man in gesunden Tagen abschließt. Warum die Absicherung von Beschäftigten auch für Arbeitgeber ein Thema ist, lesen Sie im Beitrag Existenzsicherung als Schlüssel zur Arbeitgeberattraktivität. Grundlagen zur Berufsunfähigkeitsversicherung erklärt Wikipedia.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeit nach Krebs
Was bedeutet Aussteuerung beim Krankengeld?
Gesetzlich Versicherte erhalten wegen derselben Krankheit höchstens 78 Wochen Krankengeld innerhalb von 3 Jahren. Ist dieser Anspruch ausgeschöpft, endet die Zahlung. Das nennt man Aussteuerung.
Kann man nach einer Krebsdiagnose noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Beim Abschluss fragen Versicherer in der Regel nach dem Gesundheitszustand. Nach einer Krebserkrankung ist ein Abschluss oft nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Deshalb gilt: Wer sich absichern möchte, sollte das tun, solange er gesund ist.
Wer hilft im Leistungsfall weiter?
Erster Ansprechpartner ist der Versicherer, bei dem der Leistungsfall gemeldet wird. Unterstützung bieten der Versicherungsvermittler, der den Vertrag betreut, sowie die Verbraucherzentralen.
Weiterlesen
- Familienplanung abgeschlossen: Welche Verhütung jetzt passt und was Männer über die Vasektomie wissen sollten
- Nordhorn: Brümleve und Ibershoff leiten Geriatrie der EUREGIO-KLINIK als Chefärzte
- Vorhofflimmern: Vortrag in Meppen ausgebucht, Plätze in Haren, Lathen und am 25. November

