BRÜSSEL/BERLIN. Beim strategischen Dialog zur Zukunft der Automobilindustrie hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) die EU-Kommission zu einer konsequenteren Industriepolitik aufgefordert. VDA-Präsidentin Hildegard Müller kritisierte am 12. September in Brüssel das bislang zu zögerliche Handeln und forderte einen Abgleich zwischen politischen Zielen und wirtschaftlichen Realitäten.
Müller betonte, dass die deutsche Automobilbranche bereits erhebliche Investitionen in eine klimaneutrale und digitale Mobilität tätige. Sichtbar werde dies aktuell auf der IAA MOBILITY in München, wo neue Fahrzeugkonzepte und Technologien präsentiert werden. Dennoch blieben hohe Energiepreise, ein schleppender Infrastrukturausbau sowie Unsicherheiten bei staatlichen Anreizen eine Belastung für die Nachfrage und die Wettbewerbsfähigkeit.
Besonders kritisch sieht der VDA die aktuell gültigen CO₂-Regelungen. Müller forderte eine Flexibilisierung technischer Optionen und eine Korrektur des Flottenziels für 2035 von -100 auf -90 Prozent CO₂-Ausstoß. Nur mit realistischen Zielen und einem strategisch abgestimmten Vorgehen könne Europa seine wirtschaftliche Stärke sichern.
Für die Region Emsland und die Grafschaft Bentheim, wo zahlreiche Zulieferbetriebe angesiedelt sind, hat die Debatte direkte Bedeutung. Die künftigen politischen Rahmenbedingungen in Brüssel werden entscheidend dafür sein, ob Investitionen, Arbeitsplätze und Innovationen vor Ort gesichert werden können.
Der nächste strategische Dialog auf EU-Ebene ist für Dezember angekündigt. Dann soll auf Basis konkreter Daten zu Energiepreisen, Ladeinfrastruktur und Rohstoffversorgung weiterverhandelt werden.
Mehr Informationen zur Position des VDA finden Interessierte unter vda.de.
Quelle: Verband der Automobilindustrie e.V.

