Nizza. Beim Halbjahreskongress des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) in Nizza wurden in der vergangenen Woche mehrere zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Besonders im Fokus stand die Vergabe der Frauen-Weltmeisterschaft 2026 sowie die Einführung eines neuen Europapokal-Wettbewerbs für Nationalmannschaften. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) war vor Ort prominent vertreten.
Frauen-Weltmeisterschaft erstmals im November
Die IIHF Frauen-Weltmeisterschaft 2026 wird in Dänemark ausgetragen, konkret in Herning und einer zweiten Stadt, die noch benannt wird. Mit dem Turnier ist ein grundlegender Wandel verbunden: Es wird künftig nicht mehr im Frühjahr, sondern erstmals im November stattfinden – eine Entscheidung, die laut DEB-Leistungssportreferentin Ronja Jenike mehr Top-Spielerinnen die Teilnahme ermöglichen soll.
Zudem wird ein neuer Turniermodus eingeführt: Die Teams werden nach Weltranglistenplatzierung in zwei Gruppen aufgeteilt. Die acht besten Teams der Vorrunde qualifizieren sich für die K.o.-Phase. Dieser Modus gilt zunächst bis 2032.
Neuer Europapokal für Männer-Nationalteams
Ein weiteres großes Projekt ist der neue Europapokal der Nationen. Ab 2025 treffen 18 europäische Nationalmannschaften in den klassischen Länderspielfenstern aufeinander – darunter auch Deutschland. Gespielt wird in Gruppen von drei oder vier Teams, um regelmäßige, sportlich hochwertige Begegnungen zwischen den Turnieren zu schaffen. Die Länderspiele der deutschen Auswahl werden im Rahmen des Deutschland Cups ausgetragen.
Strukturelle Änderungen und neue Markenidentität
Darüber hinaus beriet der IIHF-Kongress über organisatorische und rechtliche Anpassungen, etwa an der Disziplinarordnung oder Transferregularien. Auch das neue Branding des Weltverbandes wurde vorgestellt – mit modernisiertem Logo, Farbkonzept und eigener Schriftart.
Neben dem Kongress fand auch das IIHF Global Hockey Forum statt, bei dem aktuelle Entwicklungen im Frauen-Eishockey, der Nachwuchsförderung und im Marketing präsentiert wurden. Für den DEB reisten unter anderem Vorstand Sport Christian Künast, Teammanagerin Julia Graunke und Marketingchef Nicholas Rausch nach Nizza.
Für Sportbegeisterte in der Region Emsland und Grafschaft Bentheim dürften insbesondere die neuen Impulse im Frauen-Eishockey von Interesse sein. Die strukturellen Änderungen versprechen international mehr Sichtbarkeit und Professionalisierung – mit möglichen Effekten auch für die heimische Nachwuchsarbeit.
Quelle: Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB)

