Niedersachsen stärkt Schulen mit Ganztagsfinanzierung und Gewaltprävention

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Hannover. Mit gleich zwei wegweisenden Initiativen will das Land Niedersachsen seine Schulen zukunftssicher aufstellen: Einerseits soll die Finanzierung des Ganztagsbetriebs verlässlich und bedarfsgerecht geregelt werden, andererseits wird mit einem neuen Gewaltpräventionserlass ein klares Zeichen gegen Gewalt an Schulen gesetzt.

Kultusministerin Julia Willie Hamburg stellte beide Maßnahmen im Niedersächsischen Landtag vor. Dabei betonte sie das Ziel der Landesregierung, die Rahmenbedingungen für Schulen nachhaltig zu verbessern. „Wir lassen nicht nach, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sowohl organisatorisch als auch finanziell verlässlich auszugestalten“, sagte die Ministerin.

Ganztagsschule Finanzierung Niedersachsen

Im Zentrum der Ganztagsinitiative steht die Einführung eines neuen Faktors für die Teilnahme an fünf Tagen pro Woche. Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen Schulen entsprechend ihrer Ganztagsteilnahme gestaffelt mit Lehrkräftestunden ausgestattet werden. Der neue Faktor 0,5 für eine fünftägige Teilnahme ergänzt die bisherigen Regelungen des Klassenbildungserlasses und wird stufenweise eingeführt.

Zudem bleibt es weiterhin möglich, ganztagsspezifischen Zusatzbedarf in flexible Budgets umzuwandeln, etwa zur Einbindung externer Partner. Um die Umsetzung von Investitionen zu erleichtern, wurde das Fristende des Investitionsprogramms Ganztagsausbau um zwei Jahre verlängert. Die entsprechende Richtlinie wurde auf Landesebene bereits angepasst.

Ein weiterer Baustein zur Entlastung: Die beschlossene Wertgrenzenverordnung erlaubt Schulen künftig Direktvergaben bis 100.000 Euro – ohne aufwändige Ausschreibungsverfahren.

Gewaltprävention in Schulen: Neuer Erlass vorgestellt

Parallel zur Ganztagsfinanzierung geht Niedersachsen mit einem überarbeiteten Gewaltpräventionserlass neue Wege. Ziel ist es, Schulen bei der Präventionsarbeit und im Krisenfall wirksam zu unterstützen. Ein zentrales Element ist ein detaillierter Interventionsleitfaden, der rechtssichere Schritte für den Umgang mit Gewaltfällen aufzeigt und die Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Polizei und Justiz verbessert.

Darüber hinaus werden alle Schulen verpflichtet, bestehende Präventionskonzepte weiterzuentwickeln und durch ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt zu ergänzen. Der neue Erlass definiert Gewalt umfassend – physisch, psychisch, digital und sexualisiert – und verankert Prävention dauerhaft im Schulalltag.

Ministerin Hamburg betont: „Gewalt darf keinen Platz in der Schule haben. Wir geben den Schulen Leitlinien, Strukturen und Sicherheit. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Breite politische Unterstützung

Innenministerin Daniela Behrens, Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi lobten die ressortübergreifende Zusammenarbeit und hoben die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes hervor. Schulen sollen Orte des Vertrauens bleiben – frei von Gewalt, geprägt von Respekt.

Beide Maßnahmen unterstreichen den Anspruch Niedersachsens, Schulen nicht nur zu Bildungsorten, sondern auch zu sicheren und verlässlichen Lebensräumen für Kinder und Jugendliche zu machen.

Weitere Informationen gibt es auf den Portalen des Kultusministeriums unter www.mk.niedersachsen.de und zum Ganztagsausbau unter bildungsportal-niedersachsen.de.

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