Berlin. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beobachtet mit Alarmierung einen deutlich gestiegenen Anteil von Eigenzulassungen bei neu zugelassenen Fahrzeugen. Diese Entwicklung deutet auf eine weiterhin schwache Nachfrage bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) hin, wie der ZDK-Präsident Thomas Peckruhn erklärt. Die Anstiege bei Eigenzulassungen versorgen den Markt nicht mit nachhaltiger Kundenbindung, sondern wirken als künstlicher Impuls der Hersteller und Händler.
Batterieautos im Abwärtstrend?
Die aktuellen Zahlen belegen die alarmierende Situation im Markt für Elektroautos und Eigenzulassungen. Im Oktober war fast jedes vierte neu zugelassene Auto eine Eigenzulassung, was als klares Warnsignal erkannt wird. Laut der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA haben sich die Eigenzulassungen durch Hersteller und Händler in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 um beeindruckende 51 % auf 102.520 Fahrzeuge erhöht. Dies steht im Kontrast zu einem Rückgang der Zahl privater BEV-Neuzulassungen um 7 % sowie gewerblicher Zulassungen um 6,4 %.
Diese Entwicklung zeigt, dass die private und gewerbliche Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nicht mit dem von den Herstellern angestrebten Wachstum mithalten kann. „Die Zahlen zeigen sehr klar, dass die Hersteller den Absatz derzeit in erheblichem Maße selbst tragen“, führt Peckruhn weiter aus. Dies wirft eine Reihe von Fragen zur Stabilität und Nachhaltigkeit des Marktes auf.
Die Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt
Ein unmittelbarer Nebeneffekt der hohen Eigenzulassungen ist eine spürbare Belastung der Restwerte gebrauchter Elektroautos. Die große Menge kurz zugelassener Fahrzeuge drängt nach wenigen Monaten wieder auf den Markt und führt zu deutlich reduzierten Preisen. Diese Preisentwicklung sorgt nicht nur für Verunsicherung unter den Käufern, sondern könnte auch die gesamte Preisstruktur im Gebrauchtwagensegment beeinträchtigen.
Fehlende Nachfrageimpulse durch neue Prämien
Die Überlegung der Bundesregierung, eine neue Kaufprämie zur Stärkung der E-Mobilität einzuführen, wird als unzureichend erachtet. Peckruhn bemerkt: „Eine Förderung, die sich ausschließlich auf kleinere und mittlere Einkommen konzentriert, würde keinen nennenswerten Nachfrageimpuls auslösen.“ Dies liegt unter anderem daran, dass viele Haushalte keine geeigneten Ladebedingungen haben und auf bezahlbare Gebrauchtwagen angewiesen sind.
Zusätzlich wird die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur in Wohngebieten kritisiert. „Den über 60 % der Haushalte, die zur Miete wohnen, wird das Laden im Alltag zu einem Abenteuer“, so Peckruhn weiter. Die notwendige Unterstützung käme zwei Jahre zu spät, da sich die Preise zwischen Verbrennungs- und Elektrofahrzeugen nun angeglichen haben.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Der ZDK fordert eine Senkung der Durchleitungskosten und Netzentgelte der Stromanbieter, um eine günstigere und breitere Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur zu gewährleisten. Eine Strategie, die auf eine Stärkung der Nachfrage durch bessere Bedingungen für die Nutzer abzielt, könnte die Situation ändern. Die Entwicklungen rund um Elektroautos und Eigenzulassungen sind demnach von großer Bedeutung für die regionale Marktstabilität und die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen. Ein gezielter Ansatz in der Politik könnte helfen, die strukturellen Probleme anzugehen und die Nachfrage nachhaltig zu steigern.

