Silvesterfeuerwerk: Stadtvögel leiden in der Silvesternacht am meisten

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Hamburg. Anfang der Woche veröffentlichte das statistische Bundesamt alarmierende Zahlen zu den Importen von Feuerwerkskörpern. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden über 42.000 Tonnen importiert – ein Anstieg um knapp 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf Wildtiere. Das Thema „Feuerwerk und Wildtiere“ steht im Fokus der Diskussion.

Wildtiere unter Feuerwerkstress!

Die drastisch gestiegenen Importzahlen deuten auf einen besonders lauten Jahreswechsel hin, was für die Tierwelt ernsthafte Folgen haben könnte. Laut Lea-Carina Hinrichs, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung, trifft die Geräuschkulisse insbesondere Vögel in urbanen Gebieten.

Auswirkungen auf Vögel

Geräusche wie das Pfeifen, Zischen und Blitzen der Raketen sowie der Krach der Böller versetzen viele Vögel in Panik. Besonders betroffen sind Arten wie Enten, Gänse, Tauben und Singvögel. „Die Vögel, die sich zum Jahreswechsel im winterlichen Ruhemodus befinden, können durch die lauten Geräusche überrascht werden. Um der Bedrohung zu entkommen, fliegen sie oft in große Höhen oder strahlen weit umher“, sagt Hinrichs. Diese Flucht ist für die Tiere kräftezehrend und kann fatale Folgen haben.

„Häufig kehren die Vögel erst Tage später an ihren angestammten Platz zurück“, erklärt Hinrichs.

Neben der physischen Erschöpfung sind die Tiere zudem gefährdet, gegen Gebäude oder andere Hindernisse zu fliegen, was zu Verletzungen oder sogar zum Tod führen kann.

Bedrohung für Säugetiere

Doch nicht nur Vögel sind von den Feuerwerksgeräuschen betroffen. Auch viele Säugetiere müssen mit den Folgen rechnen. Füchse, die in der Dämmerung in Städten nach Nahrung suchen, können durch die Laute in Gefahr geraten, während sie über Straßen flüchten. „Für viele Tiere ist jedes unerwartete Geräusch potenziell lebensbedrohlich“, sagt Hinrichs.

Selbst Tiere wie Igel, die sich im Winterschlaf befinden, werden durch Lärm und Vibrationen gestört. „Die Erfahrungen zeigen, dass solche Störungen ihre Ruhephasen negativ beeinflussen können“, fügt sie hinzu. Für Fledermäuse ist es besonders riskant, wenn Menschen Böller in ihre Winterquartiere werfen, da dies sie aufwecken kann.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Lea-Carina Hinrichs betont, dass es am besten wäre, ganz auf Feuerwerk zu verzichten, um sowohl die Tierwelt als auch die Umwelt zu schonen. „Die Knallerei schont die Ohren von Tier und Mensch und vermeidet Müll“, erklärt sie. Wenn dennoch geböllert wird, solle darauf geachtet werden, dass Gärten, Parks und Gewässer gemieden werden. Ideal seien große, versiegelte Flächen ohne Wildtieransiedlungen.

In Anbetracht der alarmierenden Entwicklungen zu „Feuerwerk und Wildtiere“ sind bewusste Entscheidungen und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Feuerwerkskörpern von großer Bedeutung. Das bevorstehende neue Jahr sollte ein freudiger Anlass für alle sein, ohne die Lebensqualität der Wildtiere zu gefährden.

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