Wie Atmung das Erinnern steuert

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München. Die Atmung beeinflusst Erinnerungen auf eine bemerkenswerte Weise, wie Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in einer aktuellen Studie zeigen. Ihre Ergebnisse belegen, dass die Hirnaktivität beim Erinnern dem Atemrhythmus folgt und dieser eine entscheidende Rolle im Prozess des Erinnerns spielt.

Atmen für besseres Erinnern

Die Untersuchung, geleitet von Dr. Thomas Schreiner, zeigt, dass das Einatmen und Ausatmen unterschiedliche Aufgaben im Gedächtnisprozess erfüllen. Während der Studie lernten 18 Probandinnen und Probanden, Bilder mit spezifischen Wörtern zu verknüpfen. Die Abfrage der Erinnerungen erfolgte sowohl unmittelbar nach dem Lernen als auch nach einem zweistündigen Mittagsschlaf, währenddessen sowohl die Atmung als auch die Hirnaktivität mittels EEG erfasst wurden.

Wie die Ergebnisse, die im Fachmagazin The Journal of Neuroscience veröffentlicht wurden, zeigen, fanden die Teilnehmenden es einfacher, sich an die Informationen zu erinnern, wenn die Hinweiswörter während oder direkt vor dem Einatmen präsentiert wurden. „Im EEG wird sichtbar, dass der eigentliche Erinnerungsabruf eher während der anschließenden Ausatmung stattfindet“, erläutert Dr. Schreiner.

Der Zusammenhang von Atmung und neuronalen Mustern

Zusätzlich zur zeitlichen Koordination zwischen Atmung und Gedächtnisrelevanz konnten die Forschenden zwei charakteristische Hirnwellenmuster identifizieren, die mit einem erfolgreichen Erinnern assoziiert sind. Zum einen war festzustellen, dass die Alpha- und Beta-Aktivität im Gehirn abnimmt, wenn eine Erinnerung aktiviert wird. Zum anderen traten sogenannte Gedächtnisreaktivierungen auf, bei denen neuronale Muster beobachtet werden konnten, die auch beim ursprünglichen Lernen aktiv waren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Atmung nicht nur eine physiologische Funktion erfüllt, sondern auch als „natürlicher Taktgeber“ für Gedächtnisprozesse fungiert. Dies legt nahe, dass es möglicherweise individuelle Unterschiede in der Effizienz der Atmung bei unterschiedlichen Personen gibt, die sich auf das Erinnerungsvermögen auswirken.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Praktische Anwendungen und zukünftige Forschungen

Die Erkenntnisse aus dieser Studie könnten potenziell dazu führen, dass gezielte Atemtechniken in zukünftige Gedächtnistrainings integriert werden. „Um herauszufinden, ob sich aus unseren Erkenntnissen alltagstaugliche Strategien ableiten lassen, wären weitere Untersuchungen mit gezielter Atemmanipulation notwendig“, erklärt Erstautor Esteban Bullón Tarrasó.

Zudem gibt es über die aktuellen Ergebnisse hinaus Forschungsbedarf zur Rolle der Atmung bei länger zurückliegenden Erinnerungen. Die vermuteten Mechanismen könnten auch hier von Bedeutung sein.

Die Atmung beeinflusst Erinnerungen und verdeutlicht, wie eng Körper und Geist verbunden sind. Angesichts dieser Erkenntnisse könnte es sich lohnen, künftig verstärkt auf die eigene Atmung zu achten, um das Gedächtnis aktiv zu unterstützen.

Für weitere Informationen zur Studie finden Sie den vollständigen Artikel in The Journal of Neuroscience hier.

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