Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Alarm geschlagen wegen der massiven Freisetzung des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) in der Region Heilbronn. Laut einem aktuellen Bericht eines internationalen Forschungsteams von der Goethe-Universität Frankfurt wurde ein „deutscher Hotspot“ für SF6 identifiziert. Die DUH fordert sofortige Maßnahmen zur Beendigung der Emissionen und hat rechtliche Schritte eingeleitet.
Wichtige Umweltfragen geklärt
Die DUH hat die Baden-Württembergische Landesumweltministerin Thekla Walker aufgefordert, alle bestehenden Freisetzungsgenehmigungen für SF6 unverzüglich auszusetzen. Zudem beantragt die DUH eine umfassende Akteneinsicht beim Umweltministerium und dem Regierungspräsidium Stuttgart. Der Bund hat bereits auch angekündigt, eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Luftverunreinigung einzuleiten.
Die Forscher haben in der Umgebung von Heilbronn eine alarmierende Freisetzung von 30.000 Kilogramm SF6 festgestellt. Dies entspricht einem Wert, der um den Faktor 500 höher liegt als die offiziellen Angaben des Chemiekonzerns Solvay, der in Bad Wimpfen eine Produktions- und Recyclinganlage für SF6 betreibt und bisher nur einen jährlichen Ausstoß von 56 Kilogramm angegeben hat. Die Konsequenzen sind gravierend, da SF6 24.300-mal klimaschädlicher ist als CO2.
Klimaschäden und Gesundheitsrisiken
Die ermittelten 30.000 Kilogramm SF6 verursachen einen Klimaschaden in Höhe von 729.000 Tonnen CO2-Äquivalenten. Dies ist vergleichbar mit dem CO2-Ausstoß von 250.000 Langstreckenflügen. Die DUH weist darauf hin, dass diese Quelle für SF6 bislang nicht in der deutschen Klimabilanz erfasst wurde.
Die DUH kritisiert vehement den Umgang der Industrie mit den Emissionspflichten und fordert stärkere Kontrollen seitens der Behörden. „Selbstauskünfte und Eigenmessungen reichen nicht aus“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Maßnahmen und zukünftige Schritte
Die DUH hat Presseberichte zitiert, wonach die Landesregierung anscheinend eher an den Profitinteressen des Chemiekonzerns interessiert ist, als wirksame Kontrollen zu implementieren. Als Teil der rechtlichen Maßnahmen erhofft sich die DUH, dass unabhängige behördliche Kontrollen eingesetzt werden und die Öffentlichkeit über Genehmigungen und Absprachen mit dem Chemiekonzern informiert wird.
Darüber hinaus hat die DUH bereits im September ein Ende der Einleitung von Trifluoressigsäure (TFA) durch Solvay im Neckar beantragt. Diese Chemikalie gilt als Ewigkeitschemikalie und stellt ebenfalls eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.
Die aktuellen Entwicklungen rund um die Schwefelhexafluorid Emission Heilbronn verdeutlichen die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen umweltschädliche Praktiken und die Notwendigkeit einer transparenten Kommunikation zwischen Industrie und Öffentlichkeit. Bürgerinnen und Bürger können somit aktiv an den Diskussionen über Klimaschutz und Umweltschutz teilnehmen.
Um weitere Informationen zu erhalten, besuchen Sie auch die Webseite der DUH unter www.duh.de.

