Afghanistan: Kinder durch Hunger bedroht

Anzeige

Berlin. Die Situation für Kinder in Afghanistan zeichnet sich in diesem Winter als äußerst kritisch ab. Laut neuen Daten der internationalen IPC-Hunger-Skala sind 36 Prozent der Kinder im Land von schwerem Hunger bedroht – ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Diskussion um Hunger in Afghanistan muss dringend an Fahrt aufnehmen, um der besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken.

Alarmierende Hungerkrise in Afghanistan

Die aktuelle Analyse zeigt, dass mehr als neun Millionen Kinder bis März 2026 Gefahr laufen, in eine akute Hungerkrise (IPC 3) oder sogar in eine Hungernotlage (IPC 4) zu geraten, wenn keine zusätzliche Nahrungsmittelhilfe bereitgestellt wird. Für besonders prekär wird die Lage für fast 3,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren eingeschätzt, die unter akutem Mangel leiden.

Darüber hinaus ist die Versorgung mit lebensnotwendiger Spezialnahrung in Gefahr. Bis zu 38.000 mangelernährte Kinder und Mütter könnten aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht mehr versorgt werden, was den Handlungsdruck auf Hilfsorganisationen wie Save the Children zusätzlich erhöht. Die Organisation unterstützt derzeit mit Winterhilfen wie Kleidung, Decken und Heizgeräten.

Ausbleibende Hilfsgelder und steigende Not

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, äußerte sich besorgt über die Entwicklungen:

„Der Anstieg von Hunger und Mangelernährung bei Kindern in Afghanistan ist ein Alarmsignal. Mit dem Einbruch des Winters werden immer mehr Familien nicht mehr wissen, wie sie sich versorgen sollen.“

Die Finanzierung der Hilfsprogramme hat gelitten, wodurch die Anzahl der Menschen, die im Winter Hilfe erhalten können, von 5,6 Millionen im Jahr 2024 auf lediglich eine Million zurückgeht. Dies hat weitreichende Folgen für die betroffenen Familien, die häufig ihre Kinder aus der Schule nehmen müssen, damit diese zum Lebensunterhalt beitragen.

Ursachen und Widerstände

Die Situation wird zusätzlich durch anhaltende Dürreperioden verschärft, die nicht nur Ernten vernichten, sondern auch Viehbestände töten. Zudem zwingt dies viele Menschen, ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit zu verlassen. Laut den Vereinten Nationen benötigen mehr als 23 Millionen Menschen in Afghanistan dringend humanitäre Hilfe, während im Rahmen der finanziellen Mittel stark reduzierte Gesundheitsdienste, einschließlich 420 Gesundheitskliniken, eingestellt werden mussten.

Akute Maßnahmen sind unverzichtbar, um das Überleben von Müttern und Kindern sicherzustellen. Save the Children ist seit über 40 Jahren in Afghanistan aktiv und hat sich als eine der zentralen Organisationen für humanitäre Hilfe etabliert. Derzeit wird in neun Provinzen direkt geholfen, dabei wird bis zum Ende des Winters die Winterausstattung für ca. 75.000 Menschen bereitgestellt.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Fazit zur aktuellen Situation

Die Situation des Hunger in Afghanistan steht im Fokus nicht nur der politischen Diskussion, sondern auch der humanitären Hilfe. Es ist entscheidend, dass die internationalen Gemeinschaft und Hilfsorganisationen derzeit verstärkt zusammenarbeiten, um die dramatische Lage zu entschärfen. Zukünftige Schritte und planmäßige Maßnahmen werden notwendig sein, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden und vor allem die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft – die Kinder – zu schützen. Nur durch verstärkte Hilfen und Maßnahmen lassen sich die verheerenden Folgen dieser Hungerkrise abmildern.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel