Greenpeace-Report: Luxusflüge verursachen vier- bis fünfmal soviel CO2 wie Economy

Anzeige

Berlin. Ein aktueller Greenpeace-Report zeigt, dass luxusfluege co2 emissionen erheblich höher sind als bei Economy-Tickets. Insbesondere First- und Business-Class-Flüge verursachen im Langstreckenverkehr das Vielfache an Treibhausgasen und sorgen so für eine unverhältnismäßig starke Klimabelastung.

CO2 bei Luxusflügen

Deutliche Unterschiede bei den Emissionen

Im Auftrag von Greenpeace analysierte die Berliner Denkfabrik T3 die Langstreckenflüge von 24 Fluggesellschaften aus 44 europäischen Ländern im Jahr 2024. Das Ergebnis: Passagiere in First- und Business-Class-Kabinen verursachen 36 Prozent der Emissionen, obwohl sie nur 14 Prozent der Reisenden stellen. Ein Luxusflug verbraucht pro Sitzplatz vier- bis fünfmal mehr CO2 als ein Economy-Platz. Premium-Economy-Sitze weisen ebenfalls eine um 50 Prozent höhere Klimabelastung auf.

Wachsende Nachfrage in der Luxusklasse

Die Verkaufszahlen bestätigen diesen Trend: 2024 wuchsen Premium-Tickets, also First, Business und Premium Economy, um 8,1 Prozent – schneller als die Gesamtnachfrage (+5,3 Prozent). Insgesamt wurden über 19 Millionen solcher Langstreckentickets in Europa verkauft. Diese Entwicklung verstärkt die Klimafolgen durch den Flugverkehr.

Wirtschaftliche Effekte durch Klimaabgabe

Erhebung von Abgaben auf Luxusflüge

Greenpeace fordert eine Klimaabgabe auf besonders emissionsintensive Flüge in der Luxusklasse, wie sie bereits in Frankreich und Großbritannien eingeführt wurde. Eine Abgabe von 340 Euro auf First-Class-Tickets, 220 Euro auf Business-Class-Tickets und 75 Euro auf Premium-Economy könnten EU-weit bis zu 3,3 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen generieren. Diese Mittel sollen in den Ausbau des Zugverkehrs investiert werden, um umweltfreundliche Alternativen zu stärken.

Politische Entwicklungen und Maßnahmen

Während andere Länder bei der Weltklimakonferenz 2025 eine entsprechende Abgabe unterstützten, hat Deutschland sich der Initiative nicht angeschlossen und plant stattdessen eine Senkung der Flugticketsteuer ab Juli 2026. Dies steht im Gegensatz zur Forderung einer Ländergruppe, die sich gegen klimaschädliche Luxusflüge ausspricht.

„In der First und Business Class die Beine lang machen, während unten die Welt in Flammen aufgeht, ist rücksichtslos“, sagte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Lena Donat.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Die Erkenntnisse zu den luxusfluege co2 emissionen sind auch für Deutschland und Europa relevant. Die derzeitige politische Haltung in Deutschland könnte die Klimabelastung durch das Wachstum im Luxussegment des Flugverkehrs weiter erhöhen. Eine mögliche Klimaabgabe wäre eine Maßnahme, um eine fairere Verteilung der Emissionskosten zu gewährleisten und zugleich den Ausbau nachhaltiger Verkehrsträger wie der Bahn zu fördern. Bürgerinnen und Bürger könnten von verbesserten Zugverbindungen profitieren, wenn Einnahmen aus einer solchen Abgabe gezielt dafür eingesetzt werden. Weitere Entscheidungen dazu werden frühestens ab Juli 2026 erwartet. Interessierte können den vollständigen Greenpeace-Report unter Greenpeace Langstreckenanalyse einsehen. Mehr Hintergrundinformationen zum Thema Flugverkehr und Klimaschutz bietet die Umweltbundesamt-Seite.

Für weitere Informationen zum regionalen Verkehr und Umweltfragen besuchen Sie auch regionalupdate.de.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel