Zukunftsprogramm Infrastruktur: Niedersachsen kündigt Rekordinvestitionen an

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Hannover. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat im Landtag umfangreiche Investitionspakete vorgestellt, die zentrale Bereiche der Landesentwicklung betreffen. Das Zukunftsprogramm Infrastruktur Niedersachsen wird mit zusätzlichen 1,8 Milliarden Euro ausgestattet und bündelt Maßnahmen für Wohnungsbau, Straßen, Schiene und Häfen. Die Landesregierung reagiert damit auf Wachstumserfordernisse, steigende Baukosten und den Bedarf an moderner Daseinsvorsorge.

Der Minister führte aus, dass der niedersächsische Anteil am 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen des Bundes neu geplant wurde und das Wirtschafts- und Verkehrsministerium zentrale Zukunftsprojekte in die Umsetzung bringt. Ziel ist es, gezielt Engpässe zu beseitigen und wichtige Strukturen zu modernisieren.

Mehr bezahlbarer Wohnraum geplant

Ein Schwerpunkt liegt auf Investitionen in den Wohnungsmarkt. Über den Wohnraumförderfonds stellt das Land zusätzliche 200 Millionen Euro bereit. Damit soll vor allem benachteiligten Haushalten der Zugang zu bezahlbarem Mietwohnraum erleichtert werden. Parallel wird das Eigenkapital der landeseigenen WohnRaum Niedersachsen auf 300 Millionen Euro erhöht.

Der Aufsichtsrat hat bereits Projekte mit insgesamt 565 Wohneinheiten beschlossen. Bis 2030 sollen es rund 2.700 neue Wohnungen sein, die sukzessive ab 2027 bereitstehen. Tonne sprach von einem „starken Signal für Verlässlichkeit“, begleitet von geplanten Vereinfachungen im Baurecht.

Straßen: Sanierung, Neubau und bessere Zusammenarbeit

Ein weiterer großer Baustein betrifft die Landesstraßen. Neben 114 Millionen Euro aus der mittelfristigen Planung fließen 500 Millionen Euro aus dem Sondervermögen in Sanierungen, Brückenneubauten und Betriebsinfrastruktur. Etwa 900 Kilometer Landesstraßen sollen erneuert werden. Zudem ist der Neubau einer Straßenmeisterei und die Sanierung weiterer zwölf Standorte vorgesehen.

Zur Absicherung einer effizienten Umsetzung wurde eine Charta für partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Behörde, Bauwirtschaft und Planungsbüros vereinbart. Sie soll Transparenz, Innovation und Verlässlichkeit im Straßenbau stärken.

Schiene und Häfen profitieren ebenfalls

Weitere 500 Millionen Euro sind für den Schienenpersonennahverkehr vorgesehen: 300 Millionen Euro für neue Fahrzeuge und 200 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte wie Oberleitungsinseln, Streckenelektrifizierungen und Bahnsteigverlängerungen. Dazu gehören auch Reaktivierungsprojekte in Soltau und Lüneburg sowie zwischen Bremervörde und Stade.

In die Hafeninfrastruktur investiert Niedersachsen zusätzlich 375 Millionen Euro. Maßnahmen betreffen unter anderem Cuxhaven, Emden, Norden, Hooksiel und Wilhelmshaven. Der dort geplante Anleger für verflüssigte Gase wird mit 200 Millionen Euro kofinanziert und soll den Standort zu einem zentralen Energieumschlagplatz entwickeln.

Tourismus und Wirtschaftsförderung

Auch Tourismus und Wirtschaftsförderung werden gestärkt. Für touristische Projekte stellt das Land 2026 weitere Mittel bereit, darunter spezielle Programme für hochprädikatisierte Orte und Destinationsmanagementorganisationen.

Zur GRW-Förderung ergänzt Niedersachsen 25 Millionen Euro Landesmittel, die mit Bundesmitteln verdoppelt werden. Dadurch stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung, die Investitionen in strukturschwächeren Regionen unterstützen sollen.

Tariftreue und gute Arbeit bleiben politisches Ziel

Tonne betonte, dass gute wirtschaftliche Entwicklung nicht nur von Investitionen abhängt. Die Landesregierung will Vergaben weiterhin an Kriterien der Tariftreue knüpfen. Ein Gesetzentwurf für ein neues Vergabe- und Tariftreuegesetz soll im ersten Quartal 2026 in den Landtag eingebracht werden.

Die vorgestellten Projekte markieren einen der umfassendsten Infrastrukturimpulse der vergangenen Jahrzehnte. Weitere Informationen und Hintergründe zur Umsetzung der Maßnahmen sind auf regionalupdate.de und den Seiten des Ministeriums verfügbar.

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