Geringeres kardiales Risiko bei Nikotinersatzprodukten

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Mainz. Die Diskussion um die gesundheitlichen Risiken von Nikotin in verschiedenen Produkten hält an. Insbesondere bei nikotinersatzprodukten kardiales Risiko bleibt die Datenlage unklar, wie eine aktuelle Debatte im European Heart Journal zeigt.

Nikotinersatz sicherer?

In einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung äußern die Autoren Münzel et al. die Ansicht, dass Nikotin unabhängig von der Darreichungsform eine direkte toxische Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System habe. Diese Schlussfolgerung steht im Widerspruch zum wachsenden internationalen Konsens, der differenzierte Bewertungen der Risiken Nikotinhaltiger Produkte vorsieht.

Vergleich von E-Zigaretten und Rauchstopp

Bereits im Januar wurde in derselben Fachzeitschrift eine Studie aus Korea publiziert, die Patienten nach einer Koronarintervention untersucht hat. Demnach führte der Umstieg auf nikotinhaltige E-Zigaretten zu vergleichbaren Vorteilen wie ein vollständiger Rauchstopp. In beiden Gruppen traten über einen Zeitraum von durchschnittlich 2,4 Jahren deutlich weniger schwerwiegende kardiale Ereignisse auf als bei den weiter rauchenden Patienten. Die Autoren der aktuellen Arbeit erwähnen diese Daten nicht, obwohl sie für eine evidenzbasierte Bewertung wichtig wären.

Schweden als Beispiel für Risikominderung

Ein weiteres Beispiel für eine produktbezogene Risikominderung liefert Schweden. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) klassifizierte Snus 2019 als Tabakprodukt mit „geringerem Risiko“. Studien zeigen, dass Snus im Vergleich zu Zigaretten mit einem verringerten Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Mundkrebs, Herzkrankheiten und Lungenkrebs verbunden ist. Parallel dazu verzeichnet Schweden mit einem Anteil von 20 Prozent Snus-Nutzern die geringste Rate an tabakbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa bei nur fünf Prozent täglichen Rauchern.

  • FDA-Klassifikation von Snus als Produkt mit geringerem Risiko
  • Niedrigste Tabakraucherrate in Schweden
  • Geringste Raten tabakbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs bei Männern

„Der Aufruf lautet also: Lasst uns gemeinsam diese Datenbasis schaffen! Die Notwendigkeit besteht“, betonten die Autoren.

Beispiele aus internationalen Studien und Daten zeigen Chancen, die Risiken des Rauchens durch alternative Nikotinprodukte zu reduzieren.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

In Rheinland-Pfalz und angrenzenden Regionen ist die Frage nach dem nikotinersatzprodukten kardiales Risiko von unmittelbarem Interesse für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zuverlässige, belastbare Daten sind notwendig, um klare Empfehlungen abgeben zu können. Es sind weitere Studien geplant, die die langfristigen Effekte von E-Zigaretten sowie den kombinierten Gebrauch unterschiedlicher Nikotinprodukte („Dual-use“) untersuchen sollen. Die aktuellen Diskussionen unterstreichen die Bedeutung gut erforschter Grundlagen für politische und medizinische Entscheidungen, die auch im Rahmen des Gesundes-Herz-Gesetzes (GHG) verstärkt berücksichtigt werden.

Weiterführende Informationen über Risiken und Studien zu Nikotinersatzprodukten finden sich unter anderem auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung und im European Heart Journal.

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