Rügen. Aktivisten von Greenpeace haben am 7. Januar 2026 vor Sassnitz gegen den Transport von russischem Öl mit dem veralteten und unversicherten Öltanker „Eventin“ protestiert. Die Aktion thematisiert die Gefahr, die von dem seit einem Jahr vor Rügen auf Reede liegenden Tanker ausgeht, und fordert Schutzmaßnahmen zum Umweltschutz.
Umweltschutz aktivieren: Greenpeace Öltanker Eventin als Risiko für die Ostsee
Der Öltanker „Eventin“ liegt seit seinem manövrierunfähigen Zustand vor einem Jahr auf Reede vor der Insel Rügen und wurde von deutschen Behörden abgeschleppt. Greenpeace kritisiert, dass der Tanker ungeeignet und unversichert sei und eine erhebliche Umweltgefahr darstelle. Laut einer vom Helmholtz Zentrum Hereon beauftragten Simulationsstudie könnte bei einem Auslaufen der Ladung das sensible Ökosystem der Ostsee über Jahrzehnte belastet werden.
Situation des Öltankers „Eventin“
Der Tanker war vor einem Jahr vor Rügen fast auf Grund gelaufen und befindet sich seitdem unbewegt an seiner aktuellen Liegestelle. Greenpeace warnt vor den Folgen eines möglichen Ölunfalls, da die Ladung des Tankers gesichert werden müsse, um eine Katastrophe zu vermeiden. Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace, betont die Dringlichkeit:
„Die Ladung der ‚Eventin‘ muss gesichert werden. Die Ostsee ist bedroht, käme es zu einer Ölkatastrophe, wäre das Ökosystem für Jahrzehnte belastet“, sagte Maack.
Dunkle Flotten in der Ostsee
Der Protest richtet sich auch gegen die sogenannte Schattenflotte russischer Tanker, die oft ohne gültige Flaggen und Versicherung in der Ostsee unterwegs ist. Seit Juni 2025 sind 417 beladene Tanker dieser Art an der deutschen Ostseeküste vorbeigefahren, davon 65 sogenannte Geistertanker mit fehlender oder falscher Flagge. Diese Schiffe sind nicht ausreichend gewartet und bieten kein Versichern im Schadensfall. Deutschland und weitere Anrainerstaaten hatten ein Vorgehen gegen diese Flotte vereinbart.
„Angesichts der hohen Zahl von russischen Schattenflottentankern, die täglich durch die Ostsee fahren, ist es keine Frage ob, sondern nur wann es zum Desaster kommt“, sagte Maack.
- 417 beladene Tanker der Schattenflotte passierten seit Juni 2025 die Ostseeküste
- Über zwei Drittel unterlagen Sanktionen
- 65 Geistertanker ohne oder falsche Flagge unterwegs
Informationen zur Gefahr und zur aktuellen Situation bietet Greenpeace auf ihrer Webseite sowie die Simulation der Ölunfälle ist beim Helmholtz Zentrum Hereon verfügbar (Details hier). Für weiterführende Informationen zu Tankern vor der deutschen Ostseeküste empfiehlt sich der Artikel bei regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region und weitere Schritte
Die Lage des Öltankers „Eventin“ vor Rügen stellt eine erhebliche Umweltrisikoquelle in der Ostsee dar, die direkten Einfluss auf Küstenregionen einschließlich Sassnitz hat. Bürgerinnen und Bürger sind von möglichen Umweltschäden ebenso betroffen wie Tourismus und Fischerei. Die Forderungen von Greenpeace zielen auf eine verstärkte Kontrolle und Durchsetzung von Sanktionen gegen unsichere Tanker, um die Ostsee nachhaltig zu schützen. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, das Recht auf Durchfahrt für unversicherte und flagglose Tanker zu verweigern. Weiterhin ist mit der Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen der Ostsee-Anrainerstaaten zu rechnen, um die Schattenflotte einzudämmen. Beobachter und Anwohner können aktuelle Entwicklungen auf regionalupdate.de verfolgen und sich über offizielle Quellen wie Greenpeace informieren.

