Neue Studie zeigt Schwächen von Nachhaltigkeitslabeln

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Münster. Die Romero Initiative (CIR) hat in ihrer neu aufgelegten Studie rund 80 Nachhaltigkeitslabels für Lebensmittel und Textilien auf ihre soziale und ökologische Glaubwürdigkeit überprüft. Die nachhaltigkeitslabel studie glaubwuerdig zeigt deutlich, dass immer mehr Zertifizierungen ihre Versprechen nicht erfüllen.

Nachhaltigkeit im Check

Die Untersuchung der Romero Initiative offenbart, dass die Anzahl der Nachhaltigkeitslabels zwar wächst, ihre tatsächliche Glaubwürdigkeit jedoch oft nicht mithalten kann. Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vertrauen laut IFH-Handelsreport 2024 zu rund zwei Dritteln auf Gütesiegel beim Einkauf, dennoch offenbaren zahlreiche Zertifizierungen Schwächen. Sandra Dusch Silva, CIR-Referentin für nachhaltige Lieferketten, erklärt:

„Labels suggerieren Sicherheit, die sie in vielen Fällen aber nicht bieten können. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke, vor allem dort, wo Transparenz fehlt. Das grenzt an Social- und Greenwashing und führt Verbraucher*innen in die Irre.“

Beispiele von mangelnder Glaubwürdigkeit

Besondere Kritik richtet sich gegen Zertifizierungen, die trotz schwerwiegender Vorwürfe weiterhin vergeben werden. So wurde das honduranische Palmölunternehmen Corporación Dinant 2024 vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) als nachhaltig zertifiziert, obwohl Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen und paramilitärischer Gewalt vorliegen. Auch auf Kaffeeplantagen mit Rainforest Alliance-Siegel in Brasilien kam es zu Ausbeutung: Mindestens 24 Menschen wurden in den Jahren 2021 und 2022 aus sklavereiähnlichen Arbeitsverhältnissen befreit.

Transparenz als Schlüssel zu glaubwürdigen Labels

Die Studie bewertet erstmals auch Handelsunternehmen wie Supermärkte und Drogerien. Ökologische Kriterien schneiden bei einigen Anbietern besser ab, soziale Standards zeigen jedoch erhebliche Defizite. Denns, Biocompany, Rossmann und Edeka/Netto erhielten schwache Bewertungen, während die Drogerie Müller am Ende der Skala liegt. Testsieger wie Naturland Fair, Fair Bio und Rapunzel überzeugen durch Offenlegung der Lieferketten, transparente Preismechanismen und das Bemühen um existenzsichernde Löhne sowie die Einbindung lokaler Akteur*innen und Gewerkschaften. Dies unterstreicht die Bedeutung von Transparenz für die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitslabels.

  • Über 80 Zertifizierungen aus den Bereichen Lebensmittel und Textilien geprüft
  • Kriterienkatalog orientiert sich an neuen gesetzlichen Vorgaben und agrarökologischen Prinzipien
  • Neu hinzugekommen ist das Konzept der Just Transition

Bezugnehmend auf die Ergebnisse der Studie wird deutlich, dass nachhaltige Produktion nur durch verlässliche Transparenzmechanismen gestärkt werden kann.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung der Ergebnisse für Verbraucher und Handel in Münster

Die Erkenntnisse der Studie sind auch für Verbraucherinnen und Verbraucher in Münster und der umliegenden Region relevant. Die wachsende Anzahl von Nachhaltigkeitslabels erschwert die Orientierung beim Einkauf. Die Studie der Romero Initiative liefert daher wichtige Hinweise darauf, welche Zertifizierungen tatsächlich ökologische und soziale Standards erfüllen. Für Handelsunternehmen in der Region könnte die Anpassung an transparente Nachhaltigkeitspraktiken zukünftig entscheidend sein, um das Vertrauen der Kundschaft zu behalten.

Die Romero Initiative plant, ihren Label-Wegweiser weiterhin aktuell zu halten und Verbraucherinnen und Verbraucher damit zu unterstützen. Die Studie ist in einer Handbuch- und einer Taschenversion verfügbar und soll als Orientierungshilfe dienen.

Weitere Informationen zur Thematik und zur Studie sind auf regionalupdate.de verfügbar. Ausführliche Daten und Analysen finden sich zudem auf der Website der Romero Initiative unter ci-romero.de. Ergänzend informiert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz über Standards zur nachhaltigen Produktion und Zertifizierung (bmu.de).


Mehr zu nachhaltigen Einkaufstipps auf regionalupdate.de

Romero Initiative: Website und Label-Wegweiser

Bundesministerium für Umwelt: Nachhaltigkeit in der Produktion

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