Hamburg. Der aktuelle AGA Wirtschaftstest Norddeutschland für das 4. Quartal 2025 zeigt, dass die Unternehmen in Norddeutschland trotz gestiegener Gesamtkosten mit stabilen Umsätzen und einer verhaltenen Gewinnlage arbeiten. Über die kommenden sechs Monate rechnen viele Firmen mit einer weiteren Stabilisierung der Geschäftsentwicklung.
Stabile Umsätze trotz Kosten
Der AGA-Wirtschaftstest offenbart eine gemischte Entwicklung bei den Umsätzen und Gewinnen norddeutscher Unternehmen. Im vierten Quartal 2025 meldeten 37 Prozent der Firmen Umsatzrückgänge, 29 Prozent konstante und 35 Prozent steigende Umsätze. Insgesamt fiel der durchschnittliche Umsatz real um 0,7 Prozent. Die Gewinnlage bewerteten die meisten als befriedigend, während nur 16 Prozent gute Gewinne erzielten.
Besonders die gestiegenen Gesamtkosten belasteten die Unternehmen: 68 Prozent der Befragten gaben an, dass diese die Erträge schmälerten. Dennoch erwarten 60 Prozent der Firmen für die nächsten sechs Monate stabile Umsätze und 29 Prozent sogar einen Anstieg, während 64 Prozent von einer gleichbleibenden Gewinnsituation ausgehen.
Branchenentwicklung
Der AGA-Indikator, welcher die wirtschaftliche Lage abbildet, stieg auf 105,4 Punkte und überschritt damit erstmals seit längerem wieder die 100-Punkte-Marke. Besonders der Dienstleistungssektor gewann deutlich an Dynamik und erreichte 118,4 Punkte. Der Groß- und Außenhandel verbesserte sich auf 100,5 Punkte. Ein Jahr zuvor lag der Indikator bei nur 83,6 Punkten.
Gehaltsentwicklung trotz schwieriger Lage
Eine weitere Erkenntnis des Tests betrifft die Lohnentwicklung: Trotz der Herausforderungen haben 77 Prozent der Unternehmen in Norddeutschland ihre Gehälter erhöht. Von diesen zahlten 60 Prozent sogar übertarifliche Löhne, was auf eine Bemühung um Mitarbeiterbindung hindeutet.
Regionale Umsatzentwicklung im Norden
Innerhalb Norddeutschlands gibt es unterschiedliche Umsatzentwicklungen: Hamburg und Schleswig-Holstein verzeichneten moderate reale Umsatzsteigerungen von jeweils 0,3 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern lag bei plus 2,5 Prozent. Bremen erzielte mit 3,2 Prozent realem Wachstum die stärkste Zunahme. In Niedersachsen hingegen sank der Umsatz leicht um 0,4 Prozent.
Diese regionale Differenzierung spiegelt unterschiedliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen wider und ist auch für Kommunen und Unternehmen vor Ort relevant.
„Die Unternehmen halten Kurs, auch wenn die See rau bleibt. […] Entscheidend ist, dass die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt und die Außenwirtschaft strategisch stärkt. Nur so kann die Wirtschaft den vorsichtigen Aufwärtstrend im neuen Jahr fortsetzen“, sagte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse.
Weitere Informationen zum Wirtschaftsstandort Norddeutschland finden Interessierte auch bei der AGA Unternehmensverband und auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes.
Schlussfolgerung und Ausblick
Der AGA Wirtschaftstest Norddeutschland zeigt, dass trotz der herausfordernden Gesamtsituation viele Unternehmen stabile Umsätze und eine moderate Gewinnlage erzielen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies insbesondere eine fortschreitende Stabilisierung der Wirtschaft und eine positive Entwicklung im Arbeitsmarkt, etwa durch steigende Gehälter.
Für die Zukunft ist es wichtig, dass Politik und Wirtschaft die richtigen Weichen stellen, um Kostensteigerungen einzudämmen und den Export zu fördern. Die Ergebnisse des AGA Wirtschaftstests Norddeutschland verdeutlichen, dass eine strategische Stärkung der Außenwirtschaft und verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen von hoher Bedeutung sind.
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