Bis zu 17 Kontrollinstanzen sorgen für Bürokratie in sächsischen Pflegeheimen

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Leipzig. Die Forderung nach Bürokratieabbau Pflege Sachsen steht im Mittelpunkt einer aktuellen Kritik des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). Bei einer Fachtagung in Leipzig bemängelte der Landesvorsitzende Igor Ratzenberger die Vielzahl an Kontrollen in sächsischen Pflegeheimen und die damit verbundene administrative Belastung.

Bürokratie in Pflege

In Sachsen müssen Pflegeheime jährlich mit bis zu 17 unterschiedlichen Kontrollinstanzen rechnen. Dabei decken Aufsichtsbehörden, der Medizinische Dienst, Bereiche wie Hygiene, Arbeitssicherheit und Lärmschutz die Kontrollen ab. Igor Ratzenberger erläutert die Folgen für die Pflegeeinrichtungen:

„Wir dokumentieren und diskutieren uns die Köpfe heiß und kommen kaum noch dazu, unsere eigentliche Arbeit zu machen“, sagte Ratzenberger.

Diese Vielzahl an Überprüfungen führe dazu, dass Pflegekräfte immer weniger Zeit für die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner hätten. Gleichzeitig nehme der Personalbedarf aufgrund steigender Pflegebedürftigkeit zu. Ähnliche Belastungen gäbe es auch in der ambulanten Pflege.

Auswirkung neuer Vorschriften

Die Situation wird durch neue gesetzliche Regelungen weiter verschärft. Das kürzlich in Kraft getretene Sächsische Wohnteilhabegesetz und die dazugehörige Verordnung bringen weitere bürokratische Anforderungen mit sich. Das Sozialministerium hat Auslegungshinweise veröffentlicht, die laut Ratzenberger Vorgaben enthalten, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und zusätzliche Nachweise verlangen.

„So werden Bestandsschutzregelungen eingeschränkt und zusätzliche Nachweise gefordert. Wir haben kein Qualitätsproblem in der Pflege, selbst die Heimaufsicht attestiert dem weit überwiegenden Teil der Einrichtungen gute Arbeit“, erklärte der bpa-Landesvorsitzende.

Forderung nach Dialog und Entlastung

Der bpa fordert die Landesregierung zu einem direkten Dialog mit den Trägerverbänden auf, um unnötige bürokratische Vorgaben abzubauen. Die zunehmenden Anforderungen erschweren nicht nur den Pflegealltag, sondern tragen auch dazu bei, dass der Beruf unattraktiver wird und der dringend erforderliche Ausbau der Versorgungsstrukturen behindert wird.

  • Bis zu 17 Kontrollinstanzen in Pflegeheimen jährlich
  • Steigende bürokratische Anforderungen durch neue Gesetze
  • Hohe Belastung für Pflegekräfte und Träger
  • Forderung nach einem Dialog zur Bürokratie-Reduzierung

Beispielhafte Angebote zum Bürokratieabbau finden Sie auch im Beitrag von regionalupdate.de.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bürokratieabbau Pflege Sachsen: Praktische Bedeutung für die Region

Die Vielzahl an Kontrollen und die gestiegenen Anforderungen behindern die Arbeit in sächsischen Pflegeeinrichtungen erheblich. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das, dass Pflegekräfte weniger Zeit für die direkte Betreuung aufwenden können. Dies wirkt sich insbesondere auf die Pflegequalität und die Attraktivität des Pflegeberufs aus.

Künftige Gespräche zwischen Landesregierung und Trägerverbänden sollen Wege zum Bürokratieabbau erörtern. Die Landesstelle setzt dabei auf eine Balance, die den Schutz der Pflegebedürftigen gewährleistet und gleichzeitig Pflegeeinrichtungen administrativ entlastet. Termine und nächste Schritte dazu stehen noch aus.

Weiterführende Informationen zur Qualität von Pflege und aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind beim bpa Bundesverband sowie beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erhältlich.

Mehr zum Thema finden Sie auch in unserem Bericht zu regionalen Pflegethemen auf regionalupdate.de.

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