Berlin. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Landkreistag (DLT) warnen vor Kürzungen in der EU-Förderpolitik für die ländlichen Räume und fordern eine Erhöhung der Mittel zur Unterstützung dieser Regionen. Die Verbände betonen die zentrale Bedeutung der EU-Förderpolitik ländliche Räume für eine nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Mehr Mittel für Land: EU-Förderpolitik ländliche Räume im Fokus
Bedeutung der ländlichen Räume für Europa
Ländliche Regionen sichern Versorgung, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Zusammenhalt, erklären DBV und DLT. Etwa 57 Prozent der Bevölkerung leben in diesen Gebieten, die zugleich Standorte zahlreicher erfolgreicher Unternehmen sind. Um die Wettbewerbsfähigkeit der ländlichen Räume zu erhalten, sind abgestimmte, verlässliche und flexible Investitionen notwendig.
Kritik an Zentralisierung und Förderrahmen
Beide Verbände kritisieren eine drohende Zentralisierung durch nationale und regionale Partnerschaftspläne. Eine EU-Förderpolitik ländliche Räume müsse stattdessen auf regionaler Verantwortung und klaren EU-Zielen basieren. Die aktuelle vorgeschlagene Zielquote von 10 Prozent für die ländliche Entwicklung wird als zu niedrig bewertet.
Mindestbudgets und Förderprogramme
DBV und DLT plädieren für verbindliche Mindestbudgets für bewährte Programme wie LEADER sowie Agrarumwelt- und Klimaschutzprogramme. Wichtig sei außerdem, die bisherige Kofinanzierung beizubehalten, um die Sichtbarkeit der EU bei der ländlichen Bevölkerung zu stärken.
Herausforderungen durch neue Verordnungen
Die Europäische Naturwiederherstellungsverordnung stelle hohe Anforderungen, wird jedoch ohne zusätzliche Finanzmittel eingeführt. DBV und DLT fordern eine Überarbeitung und Vereinfachung der Verordnung auf EU-Ebene, um Belastungen für landwirtschaftliche Betriebe zu verringern.
Nutzungskonflikte und Genehmigungsverfahren
Der Bauboom und der unkontrollierte Ausbau Erneuerbarer Energien führen laut den Verbänden zu Nutzungskonflikten zwischen Landwirtschaft, Wohngebieten und Infrastruktur. Auch das Genehmigungsrecht für Umbauten in der Tierhaltung sei unzureichend und bremsere notwendige Entwicklungen.
„Ländliche Räume sichern Versorgung, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Zusammenhalt – ihre Stärkung ist kein Nice-to-have, sondern Grundvoraussetzung für ein leistungsfähiges Europa“, sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes.
„Die ländlichen Räume sind attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume. Hier leben 57 % der Menschen, hier sind die Standorte vieler innovativer und auf den Weltmärkten erfolgreicher Unternehmen“, ergänzte Landrat Dr. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages.
Die Forderungen und Einschätzungen der Verbände finden auf regionalupdate.de weiterführende Beachtung. Weitere Informationen zur EU-Förderpolitik bietet die offizielle Seite der Europäischen Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (CAP) europa.eu.
Fazit: Bedeutung einer starken EU-Förderpolitik ländliche Räume für die Zukunft
Die Stärkung ländlicher Räume durch eine nachhaltige und verlässliche EU-Förderpolitik ist für die Bürgerinnen und Bürger besonders wichtig. Nur mit ausreichenden Mitteln lassen sich gleichwertige Lebensverhältnisse sichern, wirtschaftliche Perspektiven schaffen sowie Umwelt- und Klimaschutz vor Ort erfolgreich umsetzen.
Die Verbände fordern die Europäische Kommission und EU-Gesetzgeber auf, im kommenden EU-Haushalt höhere Zuschüsse für die ländliche Entwicklung zu verankern und zugleich flexible, regional orientierte Förderansätze zu ermöglichen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um ländliche Räume zukunftsfähig zu gestalten und ihre gesellschaftliche Rolle langfristig zu stärken.
Weitere Infos zur Förderung und aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland sind auf regionalupdate.de verfügbar.

