Niedersachsen. Das Niedersächsische Finanzgericht verzeichnete im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Verfahrenseingänge auf 3.627 Fälle. Damit festigt das Gericht seine Position als das mit den meisten Neueingängen in Deutschland. Die Geschäftszahlen zum Finanzgericht Niedersachsen 2025 zeigen zudem eine verkürzte durchschnittliche Verfahrensdauer auf 9,1 Monate.
Ergebnisse Geschäftszahlen 2025 beim Finanzgericht Niedersachsen 2025
Das Niedersächsische Finanzgericht meldete für 2025 insgesamt 3.627 eingegangene Verfahren, was einem Anstieg von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders die Verfahren zur Gewährung von vorläufigem Rechtsschutz erhöhten sich deutlich von 336 auf 520 Fälle. Auch die Klagen stiegen auf 2.994 an. Die Zunahme der Verfahren geht nur teilweise auf die Grundsteuerreform zurück, die rund 200 mehr Verfahren gegenüber 2024 verursachte.
Trotz eines leichten Zuwachses bei den erledigten Verfahren von 3.230 auf 3.316 konnte die gestiegene Zahl der Verfahrenseingänge nicht vollständig aufgefangen werden. Somit erhöhte sich der Bestand der unerledigten Verfahren von 2.142 am Jahresende 2024 auf 2.346 zum Jahresende 2025. Dabei blieben die Verfahren, die länger als ein Jahr unbearbeitet sind, trotz des Anstiegs moderat.
Bundesweite Spitzenposition bei Neueingängen
Das Niedersächsische Finanzgericht war bereits 2024 mit 3.186 Verfahrenseingängen bundesweit führend. Im Vergleich zu anderen Finanzgerichten in Berlin-Brandenburg (2.952 Fälle), München (2.774 Fälle) und Münster (2.630 Fälle) bleibt Niedersachsen auf Platz eins, auch wenn die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen weitere Finanzgerichte haben.
„Ich freue mich, dass das Niedersächsische Finanzgericht im bundesweiten Vergleich der Finanzgerichte, aber auch im Vergleich zu anderen oberen Landesgerichten bei der Verfahrensdauer eine Spitzenposition einnimmt“, sagte Präsidentin Petra Hager.
Verkürzte Verfahrensdauer trotz gestiegener Verfahren
Die durchschnittliche Verfahrensdauer der erledigten Klageverfahren sank 2025 auf 9,1 Monate gegenüber 10,9 Monaten im Jahr 2024. Im bundesweiten Vergleich liegt die Verfahrensdauer an den Finanzgerichten bei etwa 15,3 Monaten. Die Verfahrensdauer für die durch Urteil oder Gerichtsbescheid erledigten Klageverfahren blieb mit 17,7 Monaten auf dem Vorjahresniveau.
Die Personalausstattung des Gerichts stieg leicht von 48 auf knapp 50 richterliche Arbeitskräfte. Die durchschnittliche Erledigung pro Richter lag mit 66,4 Verfahren etwas unter dem Vorjahreswert.
Weitere Details wie die Altersstruktur der unerledigten Verfahren und die Verteilung der Arten der Erledigung sind auf der Website des Gerichts einsehbar.
Für weiterführende Informationen steht der ausführliche statistische Bericht der Finanzgerichte 2024 und das Informationsportal des Niedersächsischen Finanzgerichts zur Verfügung.
Geschäftsentwicklung und Ausblick 2026
Das Niedersächsische Finanzgericht will auch im Jahr 2026 die Bearbeitung der Verfahren effizient gestalten und an der weiteren Optimierung der Verfahrensdauer arbeiten. Mit der leichten Aufstockung des Personals und der weiterhin hohen Zahl an Verfahren bleibt die Herausforderung groß.
Es ist geplant, weiterhin die Sachbearbeitung zu beschleunigen, um den Rückstau bei den unerledigten Verfahren abzubauen. Die aktuelle Geschäftsentwicklung wird regelmäßig in weiteren Berichten dokumentiert. Für aktuelle Informationen empfiehlt sich die Webseite des Finanzgerichts Niedersachsen sowie das Presseportal des Landes Niedersachsen.
Mehr Nachrichten und Berichte zur Justiz in Niedersachsen finden Sie auf regionalupdate.de.

