Berlin. Die Apotheken in Deutschland protestieren gegen den jahrelangen Apotheken Honorar Stillstand. Mit einer breit angelegten Kampagne und geplanten Aktionen wollen sie auf die schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam machen und politische Veränderungen erzwingen.
Apotheken starten Protest
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände organisiert eine mehrmonatige Protestwelle gegen die seit 2013 ausbleibende Erhöhung der Apothekenhonorare. Die Situation der Apotheken ist angespannt: Trotz steigender Kosten und Personalaufwands gab es seit über einem Jahrzehnt keine angemessene Honoraranpassung. Damit besteht die Gefahr, dass noch mehr Apotheken schließen und die Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt wird.
Gründe für den Protest
Seit 2013 wurde das Festhonorar für rezeptpflichtige Arzneimittel nur einmal geringfügig angehoben, nämlich 2013 um 3,1 Prozent auf 8,35 Euro. Die Kosten für Apotheken sind seitdem erheblich gestiegen:
- Gesamtkosten um 65 Prozent,
- Personalkosten um fast 80 Prozent.
Diese Entwicklung führt zu wirtschaftlichen Problemen: Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, was einem Rückgang von fast 20 Prozent seit 2004 entspricht.
Geplante Maßnahmen
Die ABDA startet eine umfassende Kampagne mit dem Motto „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“. Diese richtet sich an die Öffentlichkeit und soll sowohl emotionale als auch sachliche Argumente vermitteln. Parallel werden Apothekenteams in persönlichen Aktionen Patientinnen und Patienten informieren. Zudem beruft die ABDA am 25. Februar in Berlin eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, um weitere Protestschritte zu diskutieren und zu beschließen.
„Unsere Kampagne kann und wird dieses Ziel mit vielen Fakten, aber auch mit Emotionen erreichen“, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis.
Ein wichtiger politischer Termin ist zudem die Sitzung des Bundesrats am 30. Januar 2026. Dort wird über das Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG) beraten. Die ABDA fordert, dass in diesem Gesetz die versprochene wirtschaftliche Stärkung der Apotheken umgesetzt wird.
Weitere Informationen zur Entwicklung der Apothekenversorgung und Protestaktionen finden Interessierte auf der Webseite der ABDA. Für einen Überblick zur aktuellen gesundheitspolitischen Gesetzgebung bietet das Bundesministerium für Gesundheit verlässliche Informationen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Auswirkungen und weitere Perspektiven
Der Rückgang der Apothekenzahlen hat auch in den Regionen spürbare Folgen. Gerade in ländlichen Gebieten führt die Schließung von Apotheken zu längeren Wegen für Patientinnen und Patienten. Das kann gerade bei der Versorgung mit Medikamenten und Beratungsleistungen problematisch sein. Apotheken sichern nicht nur die Arzneimittelversorgung, sondern bieten oft auch wichtige Zusatzleistungen, die zunehmend nachgefragt werden.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die wirtschaftliche Lage der Apotheken, dass sie in Zukunft verstärkt auf mögliche Versorgungslücken achten sollten. Die politische Debatte um das Apothekenhonorar ist somit auch eine Frage der Versorgungssicherheit vor Ort.
Geplante Schritte sind neben der Mitgliederversammlung der ABDA auch weitere Informationskampagnen und mögliche koordinierte Protestaktionen, die darauf setzen, Druck auf Politik und Gesellschaft zu erhöhen. Wie sich die Lage konkret entwickeln wird, hängt von den Entscheidungen im Gesetzgebungsverfahren und dem weiteren Engagement der Apotheken ab. Für aktuelle Entwicklungen und detaillierte Berichte lohnt sich ein Blick in die Berichterstattung auf regionalupdate.de.

