Frankfurt/Main. Der retail investmentmarkt 2025 zeigt zum Jahresende eine solide Entwicklung mit einem Transaktionsvolumen von rund 6,5 Milliarden Euro und damit einem Plus von 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein besonders starkes Schlussquartal hat das Ergebnis maßgeblich geprägt.
Starkes Jahresendquartal
Das vierte Quartal 2025 verzeichnete mit fast 2,4 Milliarden Euro das beste Quartalsergebnis seit dem dritten Quartal 2022. Entscheidend dafür waren großvolumige Verkäufe von Signa-Objekten in München und Berlin. Hier wechselten unter anderem die Immobilien Oberpollinger, Corbinian und das Karstadt-Haus am Kurfürstendamm den Eigentümer. Neben diesen Großdeals stiegen Investments im Bereich zwischen 25 und 50 Millionen Euro deutlich an und erreichten rund 1,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 83 % im Vergleich zu 2024 entspricht.
Vielseitiges Marktgeschehen und Objektarten
Alle Immobilientypen mit siebenstelligen Transaktionsvolumina profitierten vom dynamischen Markt. Der Fachmarktsektor hält mit etwa 48 % weiterhin die Spitzenposition und wurde durch die Übernahme der Porta-Gruppe durch XXXLutz sowie durch den Erwerb größerer Food- und Fachmarktzentren-Portfolios gestützt. Kaufhäuser, darunter vor allem ehemalige Signa-Objekte, trugen fast 20 % zum Umsatz bei. Die Shoppingcenter-Sparte wurde maßgeblich von den Designer Outlets Neumünster, Wustermark und den Berliner Gropius Passagen angeführt. Im Highstreet-Segment machten zwei große Luxus-Deals in Düsseldorf rund 13 % des Volumens aus.
Bedeutung der A-Standorte
Die Top-Städte München, Berlin, Düsseldorf und Hamburg prägten mit über 60 % das Investitionsvolumen an den A-Standorten. München führte mit 896 Millionen Euro vor Berlin und Düsseldorf. Frankfurt, Stuttgart und Köln meldeten hingegen überwiegend kleinere Transaktionen, die jeweils unter der 50-Millionen-Euro-Grenze blieben. Trotz der Aktivität auf den Spitzenmärkten sind großvolumige Einzeldeals außerhalb der Signa-Objekte selten. Die Spitzenrenditen stiegen in einigen Städten leicht an, München liegt mit 3,45 % weiterhin vorn.
Renditesituation und Ausblick
Für Fachmarktzentren liegen die aktuellen Spitzenrenditen bei etwa 4,65 %, Supermärkte/Discounter erzielen 4,90 %, Top-Assets in Baumärkten und Shoppingcentern bringen bis zu 5,80 %. Der Markt beobachtet weiterhin grundsätzlich stabile, aber zum Teil leicht steigende Renditen. Für 2026 wird erwartet, dass der Fokus weiterhin auf Fachmarkt- und Food-Immobilien sowie entsprechenden Portfolios liegt. Zudem haben sich Non-Food-Objekte im Fachmarktsegment zunehmend etabliert. Im Shoppingcenter-Bereich nähern sich die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern wieder an, was attraktive Einstiegsmöglichkeiten eröffnet. Highstreet-Investments bleiben nachgefragt, gelten jedoch als preissensibel.
„Am wahrscheinlichsten sind zum Jahresbeginn allerdings Seitwärtsbewegungen bei den Spitzenrenditen“, sagte Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Ausblick und Bedeutung für den Einzelhandel in Deutschland
Der retail investmentmarkt 2025 hat seine Widerstandsfähigkeit durch eine Kombination aus Großdeals und einer breiten Streuung kleinerer Investments bewiesen. Insbesondere die anhaltende Nachfrage nach Fachmarkt- und Lebensmittelimmobilien unterstreicht die Stabilität dieses Segments. Für Verbraucher in den betroffenen Städten könnte dies zu einer nachhaltigen Verfügbarkeit und Modernisierung von Einzelhandelsflächen führen. Darüber hinaus bieten die sich verbessernden Marktbedingungen für Shoppingcenter neue Chancen für Investoren und Mieter.
Für 2026 kündigen Marktteilnehmer keine grundlegenden Veränderungen an, sondern planen eine graduelle Fortsetzung der bisherigen Trends. Die Angebote und transparenteren Preisvorstellungen könnten sowohl den Handel als auch Immobilienbesitzer in Deutschland stärken.
Weitere Informationen und detaillierte Marktanalysen sind beim retail investmentmarkt 2025 von BNP Paribas Real Estate abrufbar. Mehr regionale Wirtschaftsthemen finden Sie auf regionalupdate.de.

